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Psychoanalyse und Philosophie e. V., Düsseldorf
Mitglied in der Akademie für Psychoanalyse und Psychosomatik Düsseldorf e. V.
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Das Jahrbuch Psychoanalyse und Philosophie ist das Mitteilungsorgan des Vereins Psychoanalyse und Philosophie e. V. (Mitglied in der Akademie für Psychoanalyse und Psychosomatik Düsseldorf e. V.). In ihm nehmen hauptsächlich Forschungsarbeiten der Mitglieder des Vereins Platz. Darüber hinaus sind auch Gastautor*innen zur Publikation relevanter Arbeiten zur Psychoanalyse, Philosophie und Pathognostik geladen.

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Prof. Dr. Christoph Weismüller
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40591 Düsseldorf
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Fax: 0211 / 6912121
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Mensch und Welt in Therapie
Psychoanalyse und Philosophie. Jahrbuch 2022
Hrsg. von Christoph Weismüller, Düsseldorf: Peras Verlag 2022
258 Seiten, 21 x 14,8 cm, Euro 27,- [D]
- im Abonnement inkl. Versand -
ISBN 978-3-935193-39-9
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Philosophie und Psychoanalyse
Psychoanalyse und Philosophie. Jahrbuch 2021
Hrsg. von Christoph Weismüller, Düsseldorf: Peras Verlag 2021
435 Seiten, Fadenheftung, 21 x 14,8 cm, Euro 36,- [D]
- im Abonnement inkl. Versand -
ISBN 978-3-935193-38-2

Aus dem Inhalt:

Christoph Weismüller
Editorial

  • Philosophie und Psychoanalyse

Christoph Weismüller:
Psychoanalyse und Philosophie des Todestriebs, des Körpers und der Dinge

Rolf Kühn:
Hermeneutische und radikalphänomenologische Lektüre der Psychoanalyse.
Ein Vergleich zwischen Paul Ricœur und Michel Henry

Dionissios Vajas:
Es ist wie die Krankheit
Ein Kommentar zu Rolf Kühn, Hermeneutische und radikalphänomenologische Lektüre der Psychoanalyse

Ralf Bohn:
Vom Phänomen zum Phantasma
Randbemerkungen zu einer Topologie von Phänomenologie und Psychoanalyse innerhalb der Philosophie

Axel Schünemann:
Anachronismus und Wildheit von Psychoanalyse und Philosophie?

Axel Schünemann:
Ein Traum zum Unbehagen in der Kultur

Christoph Weismüller:
Hinführung zu einer Vermittlung von Psychoanalyse und Philosophie: Rationalitätsgenealogie (Pathognostik)

  • Maskeraden

Christoph Weismüller:
Maskeraden der Triebhaftigkeit. Zur Kultur der Verdinglichung. Eine erweiterte Einleitung

Dionissios Vajas:
Arbeit, Freizeit, Schlaf und die Konzeption der Wochentage

Ursula Zöhren:
"Und dä Dudekopp op unsrer Fahn hät en rude Pappnas aan." (Kasalla) –
Kölner Karnevalslieder als ritualisierte Bearbeitungsform fundamentaler Todes-Bedrohung

Hedwig de Boer: Microbiome genifique youth activating concentrate serum. Ein junger Mann im Labyrinth kosmetischer Maskeraden der Frau

Axel Schünemann:
Maskerade extrem: Ein Aufschlussversuch zu Leder- oder Latex-Hauben für Sinnesentzugsspiele (Sensorische Deprivation)

Elemente zu einer Genealogie der Pappnase
Mit Auszügen aus: Georg Groddeck, Das Buch vom Es (1923)

Dionissios Vajas, Axel Schünemann, Hedwig de Boer, Christoph Weismüller:
Nasenkorrespondenz.
Etwas in Bezug auf die Nase (die insofern eine 'Pappnase' ist, als die Korrespondierenden sich die Symptome selbst eingebrockt haben)

  • Philosophische Gedanken
    zur Covid-19-Pandemie und zum SARS-CoV-2

Christoph Weismüller:
Zu Corona, SARS-CoV-2 und Covid-19

Dionissios Vajas:
Virtuelle Kurzschlüsse

Hedwig de Boer:
Gedanken, en passant, zum derzeitigen Menschheitsthema

Dionissios Vajas:
Die Globalisierung geht in die nächste Etappe.
Politik und Wissenschaften auf dem Vormarsch gegen den inneren Feind. Notiz aus Thessaloniki

Dionissios Vajas:
Psychische Derivation von Sars-CoV-1 und Sars-CoV-2.
Verfehlter Narzissmus und Omnivorie
(Ein Beispiel von einem psychophysischen Parallelismus)

Axel Schünemann:
How I Learned to Worry Again

Andrea Dennemann:
Vom Bruch und den Berechnungen

Christoph Weismüller:
Zur Verrechnung von Sars-CoV-2

Lenia Kerber:
Traum einer Frau im Mai 2020

Dionissios Vajas:
Zum Traum einer Frau im Mai 2020

Andrea Dennemann:
Varianten auf der Klaviatur psychischer Reaktionsmuster

Christoph Weismüller:
Die Hegel'sche "Aufhebung" und die Varianten auf der Klaviatur psychischer Reaktionsmuster

Dionissios Vajas:
Traum: Der jenseits aller Statistiken liegende Körper

Axel Schünemann:
Interpretation zum Traum: Der jenseits aller Statistiken liegende Körper

Dionissios Vajas:
Eine innenansichtige, eigene Interpretation des Traums vom Riesenkörper

Axel Schünemann:
Ein Corona-Witze-Traum

Dionissios Vajas:
Verpasste Glücksausgänge

Dionissios Vajas:
Komische Gedanken

Ursula Zöhren:
Die Dinge, der Todestrieb und die Corona-Pandemie

Dionissios Vajas, Axel Schünemann, Christoph Weismüller:
Ein Impftraum

  • Diskussionsforum

Ralf Bohn:
Das schlechte Wetter verdammt mich zum Lesen

  • Zusatzausbildungen Pathognostik



Editorial:

1996 wurde der Verein Psychoanalyse und Philosophie e. V. offiziell gegründet, nicht zuletzt, um als Gründungsmitglied der Akademie für Psychoanalyse und Psychosomatik Düsseldorf e. V. die theoretischen und auf die Praxis hin konzipierten Philosophiekompetenzen der Pathognostik verstärkt in den klinischen und weiteren gesellschaftlichen Praxiskontext der Psychoanalyse einzubringen. Im Jahr 2021, zu seinem fünfundzwanzigjährigen Bestehen, soll mit dieser Publikation unter dem Titel Philosophie und Psychoanalyse das thematische Spektrum von Psychoanalyse und Philosophie nochmals dargelegt und in seinen einzelnen Bereichen entfaltet werden bis hin zu dem Angebot einer Zusatzausbildung Pathognostik.

Durch Christoph Weismüllers Beitrag Psychoanalyse und Philosophie des Todestriebs, des Körpers und der Dinge wird eingangs im Sinne der Pathognostik die besondere Relevanz der Todestriebtheorie Freuds für die Philosophie hervorgehoben. Auf philosophischem Niveau erweist diese sich als ein besonderes Aufklärungsinstrument, welches, entbunden von Biologismus und Subjektivismus, das Charakteristikum der Gattung Mensch offenlegt, das heißt die Grundlage der Ausbildung von Gedächtnis, Rationalität und dinglich, technisch ausgerichteter Kultur. Unter diesem Gesichtspunkt ergibt sich die Möglichkeit, der Zeit respektive dem Stand der Entwicklung der Produktivkräfte angemessen, intellektuell produktiv auf die gesell- schaftliche und therapeutische Praxis ausgerichtet, das Verhältnis von Philosophie und Psychoanalyse weiterzuentwickeln.

In seinem Beitrag Hermeneutische und radikalphänomenologische Lektüre der Psychoanalyse. Ein Vergleich zwischen Paul Ricœur und Michel Henry widmet sich Rolf Kühn der in Frankreich schon länger geführten Debatte, welche Phänomenologie sich am besten für ein genuines Verständnis der Psychoanalyse Freuds und ihrer Weiterentwicklungen eignet, einer Debatte, in der Paul Ricœur und Michel Henry seit den 1960er Jahren einen besonderen Platz einnehmen. Durch deren Argumentation spitzt sich die Frage zu, ob eher eine Hermeneutik des Sinns und Symbols oder eine radikalisierte Phänomenologie des Affekts in seiner Nicht-Vorstellbarkeit der originären Manifestation des Triebs und seiner metapsychologischen Implikationen angemessen sein könnte. Beide Positionen stellt Rolf Kühn in Bezug auf ihr Verständnis von Freuds Denken und Praxis dar, um in einem Vergleich dann den Unterschied von Homogenität und Heterogenität des Erscheinens herauszuarbeiten, wie er auch bei Freud durch die Schranke zwischen Unbewusstem und Bewusstem beziehungsweise Vorstellung und Affekt gegeben ist. Praktische Überlegungen hinsichtlich Kur und Übertragung schließen sich an, um die Frage der Subjektivität beim Patienten als der Erprobung einer je singulären Wahrheit zu bedenken.

Dionissios Vajas schließt mit seinem Beitrag Es ist wie die Krankheit einen intensiven Kommentar zu Rolf Kühns Text an. Mit dezidiertem Bezug auf diesen spürt er sowohl intellektuell als auch im Sinne eines Träumens der Vernunft der Frage nach, ob, wie in Rolf Kühns Aufsatz, der Begriff und der gemeinte reale Bezug in der gebrauchten Philosophiesprache zusammenfinden und die Realität mit dieser ihrer philosophischen Begriffserzählung zusammenfallen können. Trotz der philosophisch-unbewusst stets geltenden Axiomatik veritas est adaequatio rei et intellectus zeichnet sich für Dionissios Vajas Schritt für Schritt die gegenteilige Erfahrung ab, nämlich die, dass die Welt nicht zu einer Identifikation mit dem Geist zu bewegen, die Unsterblichkeit nicht zu realisieren und kein Ding durch dessen Rückführung auf seine korporalen Referenzen oder die Artikulation eines Begehrens zu überbieten ist – es sei denn, es ist wie die Krankheit.

Ralf Bohns großer Aufsatz Vom Phänomen zum Phantasma stellt anlässlich des Artikels von Rolf Kühn die hermeneutische Methodik phänomenologischer Beschreibung grundsätzlich in Frage: Kann Philosophie heute noch sich auf den Standpunkt phänomenaler Beschreibung zurückziehen, wenn der phänomenale Horizont vornehmlich medialen Techniken entspringt? Müsste nicht gerade eine psychoanalytische Hermeneutik sich dem widmen, was sich im Erscheinen verbirgt, dem Medialisierten? Sind die Konzepte strukturalistischer und poststrukturalistischer Analysen möglicherweise besser geeignet, über das Ding- und Sachunbewusste jenseits leiblicher Fühlbarkeit Aufklärung zu geben? Solche Infragestellungen nimmt Bohn unter anderem vor entlang einer Untersuchung zum acoustic turn, der – in schriftlicher Beschreibung – die pervertierte Übertragung von Sehen in Hören und vice versa (Alphabetisierung) und damit das mediale Grundproblem von Philosophie anzeigt sowie auch das der Psychoanalyse, denn, so Ralf Bohn: „Es gibt nur den Menschen als Objekt seiner Dinglichkeit“; anzunehmen sei mithin zumal, dass „die Großökonomie derart simulativ die Körperorganökonomien ... nachbildet“, dass auch kaum „zwischen sprechenden und lebendigen Maschinen“ unterschieden werden könne.

In seinem Beitrag Anachronismus und Wildheit von Psychoanalyse und Philosophie? schlägt Axel Schünemann vor, Wildheit als alarmistisch eingerasteten Subjekt-Zentrismus (Rudolf Bilz), Psychoanalyse und Philosophie als gegenseitige Provisorien (René Descartes) wider die Wildheit und Sigmund Freuds Fallbeispiel für wilde Psychoanalyse als Vorspiel zur nachfolgenden medialen und technologischen Anachronismus- und Wildheits-Evolution zu bedenken. Das Verhältnis von Psychoanalyse und Philosophie könne als gegenseitige Aufklärung von Wildheiten, aber auch als deren destruktive Exkulpationen durch die je andere Disziplin ausgestaltet werden. Zur Pathognostik gehöre als Initiation diese Einsicht, ihre stete Krisis: als Wissen um das Endgültige des Provisoriums.

Im Traum zum Unbehagen in der Kultur widmet sich Axel Schünemann der psychoanalytischen und der pathognostischen Traumdeutung in praxi. Als Schwierigkeit begegnet ihm dabei das Problem des Traums eines passionierten Traumdeutungspraktikers, den Schlafvorhang vor dem geträumten Träumer geschlossen zu halten, denn der manifeste Inhalt des konkreten Traums ist ein literaturwissenschaftlich-psychologisches Traum-Seminar mit zwei inhaltsleeren Museums-Träumen. Diese zeigen indes, dass die Wunscherfüllung durch den latenten Traumgedanken als ein Begehren des Traums anzusehen ist und dass das obligate Scheitern dieses Begehrens auf das Produktionsmotiv von Seminaren und Museen, auf deren fetischistische und/oder phobische Taten und Untaten, rückverweist.

Mit dem Beitrag Hinführung zu einer Vermittlung von Psychoanalyse und Philosophie: Rationalitätsgenealogie (Pathognostik) von Christoph Weismüller wird nochmals die Relevanz der Todestriebtheorie in der Hinsicht auf die Grundlegung eines angemessenen Verhältnisses von Psychoanalyse und Philosophie unterstrichen und damit auch die Dringlichkeit einer philosophischen Version der Psychoanalyse hervorgehoben, die selbige nicht mehr auf den bloß subjektiven Bereich beschränkt erfasst, sondern sie deutlich erweitert, und zwar auf die Objektivität insgesamt. Durch eine solche Version können auch die Triebschicksalsbedingungen der Wissenschaft sowie derer dingliche und kulturelle Produkte und damit deren Unbewusstes der Erkenntnis zugeführt werden.

Maskeraden
Körper- und Triebschicksale

Die unter dem Titel Maskeraden versammelten Beiträge gehen zurück auf die Vorträge des gleichnamigen Kolloquiums zur Karnevalszeit im Jahr 2020.

Die erweiterte Einleitung von Christoph Weismüller zum Abschnitt Maskeraden unter dem Titel Maskeraden der Triebhaftigkeit. Zur Kultur der Verdinglichung arbeitet etymologische, historische, literarische Spuren, den Begriff der Maske betreffend, unter psychoanalytischer und philosophischer Perspektive auf, verweist auf genealogische Aspekte sowie – mit besonderer Rücksicht auf Adornos Gedanken zur Maske – auf die radikale Vermitteltheit alles Triebhaften und den Ausdruck dessen in der Maske und damit auch auf das Phänomen der Ideologie, das als die Maske entschlüsselt werden kann, die dem Toten im Sinne der Verdinglichung entspringt und diese seine Herkunft aus dem Toten und der Verdinglichung verdeckt, gewoben aber wird vom Leben selbst, insofern es zum Privaten strebt.

Wie der komplexe philosophische Gedanke zu den Körper- und Triebschicksalen mit der Darlegung des Geschicks und der Erfahrung des Subjekts vermittelt werden kann, das buchstabiert Dionissios Vajas aus mit seinem Beitrag Arbeit, Freizeit, Schlaf und die Konzeption der Wochentage.

Im Beitrag Maskerade extrem: Ein Aufschlussversuch zu Leder- oder Latex-Hauben für Sinnesentzugsspiele (Sensorische Deprivation) referiert Axel Schünemann verschiedene Aspekte der sensorischen Deprivation, die über den Titel hinausreichend zu sehr differenten Zwecken erzeugt werden kann. Er denkt das auf Traum und Hypnagogie bezogene Sinnesentzugsspiel als asketische Medienrückaneignung. Diese legt nahe, die psychoanalytischen Triebschicksale als Einzelaspekte eines fundamentalen Körper- und Triebschicksals aufzunehmen: des Triebschicksals der Verdinglichung.

In ihrem Beitrag „Und dä Dudekopp op unsrer Fahn hät en rude Pappnas aan“ (Kasalla) – Kölner Karnevalslieder als ritualisierte Bearbeitungsform fundamentaler Todes-Bedrohung zeigt Ursula Zöhren anhand einer Analyse von Kölner Karnevalsliedern, wie diese einerseits Ausdruck eines gelebten Exzesses sind, der eine lustvolle Triebabfuhr ermöglicht, andererseits jedoch auch als Anmahnung an den Tod zu verstehen sind. Als kollektives Ritual im Karneval stellt das Singen dieser Lieder den Versuch dar, die dem Leben eigene Endlichkeit zu bewältigen.

Hedwig de Boers Erzählung Microbiome genifique youth activating concentrate serum. Ein junger Mann im Labyrinth kosmetischer Maskeraden der Frau lädt ein zur praktischen Einübung in das pathognostische Korrespondenzdenken von Objektivität und Symptom, Ding und Körper. Sie zeigt in einer Art Urszene der traumatisch von den Verdinglichungen geleiteten Initiation in das Erwachsenwerden, wie im Zusammenkommen der Geschlechtsdifferenz und der Körper-Ding-Differenz die Maskeraden des Körpers als Waren die Schuld der Sterblichkeit ganz auf der Seite des männlichen Initianten fixieren und dort in konzentrierter – und pathogener – Form als Scham des Jugendlichen angesichts des gesellschaftlich verdinglichten Begriffs von Jugend provozieren.

Seinen Beschluss findet der Abschnitt Maskeraden mit Hinweisen auf Georg Groddecks Bezugnahmen auf die Nase und einer Nasenkorrespondenz von Dionissios Vajas, Axel Schünemann, Hedwig de Boer und Christoph Weismüller.

Es schließen an Philosophische Gedanken zur Covid-19-Pandemie und zum SARS-CoV-2, die seit dem Mai 2020 niedergeschrieben und dann zunächst auf der Homepage des Vereins Psychoanalyse und Philosophie e. V. veröffentlicht wurden. Die Texte von Christoph Weismüller, Dionissios Vajas, Hedwig de Boer, Axel Schünemann, Andrea Dennemann, Lenia Kerber, Ursula Zöhren sind chronologisch geordnet und beziehen sich in vielfältiger Weise aufeinander.

Als Öffnung auf Weiteres schließt dieses Buch mit Informationen zu den Zusatzausbildungen Pathognostik, die Zugang vermitteln wollen zu einer konkreten, praktischen psychotherapeutischen Wendung, die dem Bezug zur dinglichen, technischen Objektivität sein angemessenes und dringlich notwendiges Gewicht verleiht.

Eine erkenntnisreiche Lektüre wünscht

Christoph Weismüller

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Stadt Wahn Kunst
Psychoanalyse und Philosophie. Jahrbuch 2020
Hrsg. von Christoph Weismüller, Düsseldorf: Peras Verlag 2020
250 Seiten, Fadenheftung, 21 x 14,8 cm, Euro 21,- [D]
ISBN 978-3-935193-37-5

Aus dem Inhalt:

Christoph Weismüller
Editorial

Christoph Weismüller
Eventstadt Düsseldorf: "Wahn, Wahn – überall Wahn"

  • Globalisierung und Minderwertigkeitsgefühl:

Christoph Weismüller
Die aufgehobene Minderwertigkeit
Zur Einleitung

Ralf Bohn
Schwindelgefühl
Bemerkungen zur Raumorientierung

Dionissios Vajas
Von der Seele des Einwanderers

Ursula Zöhren
Einheit in Vielfalt – die Communauté de Taizé
Wie ist Gemeinschaft möglich?

Hedwig de Boer
"Ich bin nie gut genug"
Insuffizienzgefühle von Kindern und Jugendlichen im Zeitalter der Globalisierung
Oder: "Sag mir, wo die Blumen sind"

  • Kunst und Geschlecht:

Dionissios Vajas
Psychisches Imprimé (Mann) und profan-bombastische Kontraexpression (Frau)

Gertrud M. Lettau
Kunst und Täuschung – Der Zauber Penelopes

Andreas Normann
Die Geschlechterdifferenz – Überlegungen zum Phänomen des Countertenors

Hans-Christian Pultke
Das Totem als erstes Kunstobjekt und die Behauptung einer geschlechtlichen Zuordnung

Christoph Weismüller
"Sie gleitet in seinen Armen entseelt zu Boden."
Das Geschlechterverhältnis des Wagner’schen musikdramatischen Gesamtkunstwerks

Ralf Bohn
Eine Konzeption des Universalkunstwerks in der Kinophilosophie Jean-Luc Godards

Christina Vedar
Wie weiblich ist die Kunst?
Geschlechterkonflikte in der bildenden Kunst

Axel Schünemann
Orpheus und Eurydike – technisch realisiert
Zum Finale der Musik

Alina Komorek
Kein Schuster ohne Shakespeare:
Walter Benjamin und Albert Camus zu Kunst, Revolution und Revolte

Dionissios Vajas, Axel Schünemann
E-Mail-Korrespondenz zu: A. Schünemann, Sinfonie Nr. 1, Victoria Strait

Siegfried Jensen
Traum der Pasiphae.
Ein euphorisch fabulatives Traumerlebnis
Zu Richard Wagners Das Rheingold
in einer Inszenierung von Dietrich W. Hilsdorf am 13. Juni 2019 in der Deutschen Oper am Rhein, Düsseldorf

  • Diskussionsforum:

Dionissios Vajas
Zu Christoph Weismüller, Eventstadt Düsseldorf

Dionissios Vajas
Würdigende Kritik an der Außerordentlichkeit eines Topos der Negierungsmöglichkeit des Todestriebs in: Ralf Bohn, Schwindel

  • Büchermarkt:

Gertrud M. Lettau
Zu Ralf Bohns Camera scriptura



Editorial:

So wie der Aufruf, die Forderung, der Vorschlag oder die Frage "statt Wahn Kunst", im Sinne von "anstatt des Wahns, bedarf es der Kunst", homophon ist zum Titel dieses Buches, Stadt Wahn Kunst, so soll mit der Reihe der Beiträge dieses Buches den weiteren Mehrdeutigkeiten des Klangs der Teile dieses Titels auf deren Homogenitäten, Differenzen und Konnektivitäten hin bedenkend gefolgt werden, den Fragen auch nach dem Verhältnis von Stadt, Wahn und Kunst, deren Bezügen und Entsprechungen. Kunst und Wahn sind beides eher Angelegenheiten des Städtischen und des urbanen Raums, sie imponieren als Memoria wahrende Vereignungen von womöglich noch fühlbar gebliebenen Einsprüchen von Körper, Natur, Wildnis wider deren längst vollbrachte sowie währende Opferung. In der Kunst finden solche Opfereinsprüche sich in einem relativ sicheren Abstand im abgegrenzten, isolierten Werk, hinterm Bühnengraben gehalten und trotzdem und gerade deshalb auch der Erkenntnis noch zugänglich bewahrt. Im Wahn hingegen sind solche Opfereinsprüche entweder subjektiv symptomatisch zu einem körperlichen Element und des Körpers Ausdruck von Opfer und Einspruch geworden, oder sie sind objektiv symptomatisch zur Gestaltung der humansadistischen Welt gemäß der Rationalität der Verdinglichung geraten, die zwischen den Modalitäten der Globalisierung – ökonomisch, politisch, technisch, virtuell, sozial, wissenschaftlich und intellektuell – und dem Rückschlag in die Körper mindest als Minderwertigkeitsgefühl changiert.

Dieses Buch widmet sich dem Bedenken der genannten Aspekte und ist dabei offen tendenziös: ein Plädoyer für die Kunst einerseits und für die philosophisch-psychoanalytische Intellektualität andererseits, letztere verstanden im Sinne eines Durcharbeitens, Aufklärens und In-Erkenntnis-Bringens der allgemeinen und speziellen Konditionen subjektiver wie objektiver Wahnkomplexe. In diesem Sinne sind die Beiträge dieses Buches Zuträge zu und teils Elemente bereits einer immer weiter auszuarbeitenden, fortschrittlichen philosophisch-psychoanalytischen Behandlungstechnik.

Die Beiträge dieses Buches gehen zurück auf Veranstaltungen des Vereins Psychoanalyse und Philosophie e. V., die in den vergangenen Semestern angeboten wurden. Das Kolloquium Globalisierung und Minderwertigkeitsgefühl fand statt am 27.06.2019 in den Räumen des Instituts für Psychoanalyse und Psychotherapie Düsseldorf, das Kolloquium Kunst und Geschlecht bereits am 02.02.2019 im Haus der Universität in Düsseldorf. An diesem Ort wurde zuvor bereits eine Version des hier einleitenden Beitrags als Vortrag zur Diskussion gestellt, in diesem großzügigen Stadthaus der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf.

Die basalen, aber in ihrer bewussten und verantwortlichen Anerkennung unterschlagenen Konditionen der Stadtgründung und des Stadtbaus drängen innerhalb der Stadt – wie innerhalb der technischen Realisierungen insgesamt deren Produktionskonditionen – zu ihrer Wiedervergegenwärtigung, und zwar als Inszenierungen in Form von Kunst und Event. Sie drängen zu einem Reigen von Erinnerungszeremonien des Vergessens oder Erinnerns des Vergessenmachens der Untaten der Gründung der Stadt. Zur Entfaltung solcher These wendet sich Christoph Weismüller mit seinem Beitrag Eventstadt Düsseldorf: "Wahn, Wahn! / Überall Wahn!" einer aktualisierenden Aufarbeitung von Richard Wagners Werk Die Meistersinger von Nürnberg zu.

Was die humane Welt womöglich seit jeher in ihrem Innersten zusammenhält, in den ersten Jahrzehnten des dritten Jahrtausends aber erst explizit terminologisch, technologisch, ökonomisch, politisch und gesellschaftlich zum Ausdruck gebracht wird, das ist wohl die Spannung von Globalisierung und Minderwertigkeitsgefühl.

Könnte die Idee der Globalisierung auf ein Raumproblem, die Minderwertigkeit jedoch auf ein Zeitproblem verweisen und könnten beide Kategorien sich im Schwindel ihrer alternierenden Geschwindigkeit als unaufhebbar dramatisch verknüpft und nicht zur Synthese fähig erweisen? Dieser Frage geht Ralf Bohn in seinem Beitrag Schwindelgefühl mit Ausführungen zur Raumorientierung unter besonderer Berücksichtigung der Raum absorbierenden Potenz der Bilder nach.

In seinem Beitrag Von der Seele des Einwanderers zeigt Dionissios Vajas am Beispiel seiner eigenen Geschichte, auf welche unüberwindbaren Integrationsschwierigkeiten der anders sozialisierte, eingewanderte Ausländer als Repräsentant einer anderen Kultur stößt. Die Sprache entdeckt er als entwicklungsgeschichtlich urwüchsige und nicht über bewusste Reflexion zu erlangende Vermittlung der in die konkreten Dinge eingeprägten kulturellen Weltanschauung, die den Einzelnen von vornherein und zeitlebens ununterbrochen einschließend ausschließt und ausschließend einschließt. Die aus solcher Entgegensetzung sich entfaltenden inneren Kräfte lassen zu keiner Ruhe kommen; sie bilden den Stoff für eine neue, allmählich anders werdende, eine andere Identität bildende Gesellschaftserfahrung, in deren Introvertiertheit das Begriffspaar Anerkennung–Nichtanerkennung tonangebend und maßgeblich wird.

Ursula Zöhrens Beitrag Einheit in Vielfalt geht der Frage nach, wie Gemeinschaft möglich ist. Anhand des Exempels der Communauté de Taizé möchte sie, über das Textmedium vermittelt, nach- und miterfahren lassen, was möglicherweise eine Gemeinschaftsbildung realisieren lässt. Sie lädt also den Glocken von Taizé gleich zu einer Möglichkeit von Selbsterfahrung ein, diesmal anhand der Textlektüre einer Vorstellung der Communauté, deren theologischen Selbstverständnisses, praktischer Umsetzungen im Alltag sowie der Liturgie. Was also bringt alle Vielheit in der Einheit zusammen? Könnte es die Feier des exkludierten Opferkörpers sein?

Unter dem Titel "Ich bin nie gut genug" fragt Hedwig de Boer nach den Motiven für die Ausbildung von Insuffizienzgefühlen bei Kindern und Jugendlichen im Zeitalter der Globalisierung. Einerseits verdanken solche Gefühle sich bereits dem Sachverhalt, dass Kinder jünger, kleiner sind und ihnen zu vielerlei Aspekten der Kultur noch kein Zugang gewährt ist. Andererseits zeigt es sich immer wieder, dass die Erwachsenen ihrer Aufgabe als Erzieher, Initiationsbegleiter und Initiatoren sowie der nachhaltigen Einflussnahme insgesamt enteignet sind, sie zu wenig Halt und Orientierung geben können und vor allem – nicht zuletzt im Bann der elektronischen Medien – zu wenig kritisch aufklärend den Stand der Entwicklung der Produktivkräfte angemessen vermitteln. Insofern sind sie vielfach für die Kinder abwesend, und zwar sogar dann, wenn sie körperlich anwesend sind. So bleiben auch Schülerinnen und Schüler oft allein, fühlen sich ausgeliefert, haltlos, minderwertig.

Den Abschnitt Kunst und Geschlecht eröffnet Dionissios Vajas mit seinem Beitrag Psychisches Imprimé (Mann) und profan-bombastische Kontraexpression (Frau). Anhand der biografisch gedeckten Szene eines Versuchs des philosophischen Autors, ein seiner Schrift korrespondierendes, die Inhalte illustrierendes Bild für den Umschlag des soeben fertiggestellten Buches zu finden, nimmt Dionissios Vajas mit auf einen Schrift-Weg, der darlegt, wie der Mann scheiternd die Bildwerdung seines Text- und Weltbezuges innerlich, imaginär konzipiert und über die weibliche Künstlerinnenhand vermittelt erst zu erhalten vermag, was er (nicht?) begehrte. So findet womöglich das Visualisierungsbegehren des Mannes erst am (bildnerisch) schaffenden Werk der Frau auf deren Produkt hin sich eingelöst und an diesem der Mann sich wieder?

Gertrud M. Lettau zeigt in ihrem Beitrag Kunst und Täuschung – Der Zauber Penelopes, dass das Tun Penelopes, welches außerhalb des mythischen Kontextes betrachtet einfach nur wie Simulation oder gar Betrug anmuten mag, in der Immanenz der mythologischen Erzählung weit mehr ist als Simulation, nämlich die Fähigkeit, im zeitlichen Aufschub, indem sie ungeschützt männlich drängender Übergriffigkeit ausgeliefert ist, etwas aufs Spiel zu setzen, ein Spiel, in dem Kunst und Täuschung in einer Art Magie des Scheins und des Seins als Illusion wirkmächtig werden. Damit, so Gertrud M. Lettau, sei Penelopes Wirken sogar repräsentativ für Homers Odyssee.

Andreas Normanns Beitrag bedenkt Die Geschlechterdifferenz anhand von Überlegungen zum Phänomen des Countertenors. Er fragt danach, was die Faszination ausmachen könnte bezüglich der dem Hermaphroditen gleichen Countertenöre und Kastraten, und findet die Antwort in der Ausklammerung der Realität. Das Weibliche und Männliche geben sich im Countertenor als ineinander vereint, so dass das Phänomen dieser himmlischen Stimmen Widersprüche und Ambiguität bis hin zur Ambivalenz erzeugen muss, ausgelöst durch Mehr- und Uneindeutigkeit; auf solcher Grundlage aber verspricht solches Phänomen die Überwindung des Mangels, das Ende aller Defizite und gar des Todes. Stets wurden diese männlichen Defizitgestalten sowohl on stage mit höchstem Entzücken erhöht und gefeiert, als auch off stage erniedrigt, geächtet und geschmäht. Warum reagier(t)en Zuhörerinnen und Zuhörer auf diese Weise? Welche Ängste, welche Projektionen kennzeichnen diese Sphäre?

Hans-Christian Pultke wendet sich in seinem Beitrag Das Totem als erstes Kunstobjekt und die Behauptung einer geschlechtlichen Zuordnung Freuds Ausführungen in Totem und Tabu zu und entfaltet eine kritische Diskussion hinsichtlich der Version des von Freud angenommenen Urvatermordes. Maßgeblich ist für ihn, dass Kunst und Kulturtechniken, so auch der Totemismus, den er als Proto-Kunstform denkt, die verschlossene Gewalt ihrer Produktion sind. Diese Gewalt will er offenlegen und solcher Offenlegung die entsprechenden geschlechtlichen Zuordnungen von Gewalt entnehmen: Könnte es sein, dass der Urvatermord gar keine Angelegenheit der Söhne gewesen ist?

Entlang der Diskussion von Der Fliegende Holländer, Tannhäuser und Lohengrin, diesen Romantischen Opern, Vorbereitungen zum musikdramatischen Gesamtkunstwerk, bedenkt Christoph Weismüller in seinem Beitrag "Sie gleitet in seinen Armen entseelt zu Boden" das Geschlechterverhältnis des Wagner'schen musikdramatischen Gesamtkunstwerks. Gezeigt werden kann, dass Wagners Werk die Fundamentalkriterien des In-die-Erscheinung-Bringens, das heißt der Visualisierung, des Dramas, der Szene sowie der Bewegung und der Bildgestaltung und somit wohl des Gesamts aller Künste und derer Verhältnisse untereinander als den Bezug der Geschlechter in Liebe und Gewalt, als inszeniert zum Ausdruck gebrachtes Triebgeschehen unter und auf die Bühne bringt: Wagner entwirft Inszenierungen von Ödipuskomplex, Narzissmus und Todestrieb als musikdramatische Gesamtkunstwerke.

Eine dezidierte intellektuelle Analyse des umfassenden filmischen und theoretischen Werks von Jean-Luc Godard legt Ralf Bohn mit seinem Beitrag Eine Konzeption des Universalkunstwerks in der Kinophilosophie Jean-Luc Godards vor. Er arbeitet das Verhältnis des Werks von Godard zum Gesamtkunstwerk Richard Wagners vermittels Friedrich Nietzsches Kritik daran heraus und nimmt darüber hinaus Bezug unter anderem auf die Theorien von Niklas Luhmann, Friedrich Kittler und Jean-François Lyotard. Bohn macht deutlich, dass bei Godard die Präsenz des Filmischen Identität und Differenzbeziehung von Theater, Malerei und Film zeigt; doch dass bei ihm daraus kein Gesamt im Wagner'schen Sinne wird, sondern eine Universalität im Sinne der Emergenz, eine Auflösungs- oder Dissoziationsform zwischen Theater und Wirklichkeit, Präsenz und Fiktion. Godard, so hält er fest, ist auf die Elementarisierung der Beobachterstandpunkte im konstruktivistischen Sinne aus, sodass seinen Filmen eine Theatralität zukommt, da sie die dem Film eigene Realität des Visuellen transzendieren.

Christina Vedar ist auf der Suche nach Antworten auf die Frage Wie weiblich ist die Kunst? Sie hebt den Unterschied hervor zwischen der künstlerischen Produktion, dem Kunstwerk als Produkt und dem Kunstmarkt und diskutiert mit Pierre Bourdieu, Jacques Lacan und anderen kritisch das konfliktuöse Zusammenspiel dieser Elemente. Sie recherchiert nach weiblichen Künstlerinnen auf dem Kunstmarkt und fragt weitergehend danach, ob der Kunstmarkt, der einerseits, insbesondere an der Spitze der Ranglisten, männlich dominiert ist, trotzdem oder gerade deswegen wesentlich weiblich sei und schließlich danach, ob solche Konstellation möglicherweise eine Repräsentanz des Todestriebs sei.

Axel Schünemann stellt mit seinem Beitrag Orpheus und Eurydike – technisch realisiert Gedanken zum Finale der Musik zur Diskussion. Dieses Finale bedeutet Schünemann die Ablösung der notenschrift-basierten und eventbedürftigen Musik durch elektronische Medien, welche, so seine weitere These, die Komponistenidentität privatisieren und in eine kapitalisierbare Ware verwandeln. Auf diese Weise wird dem Komponisten zum Beispiel Befreiung aus gesellschaftlichen Kämpfen um Anerkennung verheißen. Ausgehend vom Mythos von Orpheus und Eurydike, dem antiken Mythos der Musik schlechthin, versucht er darzulegen, dass dieser technologische Wandel jedoch im Mythos selbst bereits vorgezeichnet ist.

Wie steht es um die Möglichkeit, politische und gesellschaftliche Veränderungen vermittels der Kunst zu erreichen? Alina Komoreks Beitrag Kein Schuster ohne Shakespeare sucht darauf eine Antwort mit Walter Benjamin und Albert Camus. Verortet Benjamin den Begriff der Revolution im Zusammenhang mit der Technik der Reproduzierbarkeit von Kunstwerken, denkt Camus die Kunst als eine Form der Revolte. Benjamin thematisiert Fotografie und Film, Camus hauptsächlich den Roman; am Begriff der Schöpfung spätestens scheinen sich beider Denkwege radikal zu scheiden, doch denken beide die Möglichkeiten eines gesellschaftlichen Wandels wider totalitäre und faschistische Herrschaft vermittelt über die Kunst.

Nochmals aufgegriffen wird der Mythos von Orpheus und Eurydike von Dionissios Vajas und Axel Schünemann in ihrer E-Mail-Korrespondenz zu: A. Schünemann, Sinfonie Nr. 1, Victoria Strait. Die Autoren notieren einander ihre Gedanken zu musikgenealogischen Fragestellungen, die Programmmusik betreffend, zur Unmöglichkeit, in die Bedeutungssphäre der Musikbotschaften einzudringen sowie zu den Nöten des Komponisten, der in diesem Genre verhaftet ist, beim Komponieren auf die Suggestion der Existenz einer Botschaft nicht verzichten zu können, die womöglich stets eine Version der Botschaft vom Tod des Orpheus sein könnte.

Siegfried Jensens Beitrag Traum der Pasiphae präsentiert in der Form eines euphorisch fabulativen Traumerlebnisses den in Schrift gefassten Nachhall zu Richard Wagners Das Rheingold in einer Inszenierung von Dietrich W. Hilsdorf am 13. Juni 2019 in der Deutschen Oper am Rhein in Düsseldorf.

... und kein Wort in diesem Buch aus dem Jahr 2020 zur Corona-Pandemie, zu Covid-19, Sars-CoV-2 und alle den Folgen? In diesem Jahr mussten viele öffentliche Veranstaltungen auch von Psychoanalyse und Philosophie e. V. abgesagt werden und es konnten die dringend notwendigen intellektuellen Auseinandersetzungen und Aufklärungen auf den öffentlichen Diskussionsebenen nicht stattfinden. So nahmen auch wir Zugang zur digitalen und virtuellen Welt, nahmen angemessen kritisch teil an der ubiquitären Einübung in die erkenntnisfreie Verwechslung von Realem und Imaginärem im Technikverbund und verlagerten die Aufarbeitung dieses drängenden Themas unter dem Titel Corona. Philosophische Gedanken zur Covid-19-Pandemie und zum SARS-CoV-2 auf die Homepage des Vereins Psychoanalyse und Philosophie e. V. Für einen späteren Zeitpunkt ist es vorgesehen, die dort erschienenen Beiträge auch im Jahrbuch zu publizieren. Bis dahin findet die Veröffentlichung des philosophisch-psychoanalytischen Denkens zur Covid-19-Pandemie auf der Homepage von Psychoanalyse und Philosophie e. V. statt.

Eine erkenntnisreiche Lektüre wünscht

Christoph Weismüller

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Beziehungen zwischen Lebensfülle und Gewalt
Psychoanalyse und Philosophie. Jahrbuch 2019
Hrsg. von Christoph Weismüller, Düsseldorf: Peras Verlag 2019
165 Seiten, Fadenheftung, 21 x 14,8 cm, Euro 17,- [D]
ISBN 978-3-935193-36-8

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Beiträge aus vier Kontexten, vornehmlich Kolloquien von Psychoanalyse und Philosophie e. V., versammelt die vorliegende Publikation. Sie alle bedenken aus unterschiedlichen Perspektiven die Probleme der Beziehungen zwischen den Menschen, den Geschlechtern und Generationen, den Körpern, Dingen und Techniken, behandeln die Beziehung von Psychoanalyse und Philosophie im Verhältnis von Körper und Krankheit, richten den Blick auf die Jugend zwischen Lebensfülle und Gewalt sowie auf das Beziehungen strukturierende Verhältnis von Arbeit, Krankheit und bedingungslosem Grundeinkommen. Thematisiert wird so die Brisanz der Spannungen zwischen absoluter Selbigkeit und radikaler Andersheit, zwischen Identität, Immanenz und Differenz. So tragen diese Texte bei zur Erkenntnis der Bedingungen zur Herstellung von Beziehungen und erschließen darüber hinaus die möglicherweise in ihnen selbst mitgetragenen Krisen sowie die Möglichkeiten und Unmöglichkeiten, Beziehungen zu bewahren und Vermittlungen zu gewährleisten.

Aus dem Inhalt:

  • Beziehungen I
    Technik, Ding und Vermittlung

Christoph Weismüller: Beziehungen 4.0
Oder: Faszination Technik – Phantasma des vollendeten Selbst

Ralf Bohn: „Die Sache ist das Wort des Dinges.“ (Lacan)
Die Zeit und die Affäre der Szene

Axel Schünemann: Partnerlook in hohen Hacken
Zur Frage der Penetranz der Erscheinung der Vermittlung der Geschlechterdifferenz
am Beispiel des doppelpaarigen Verkaufs von High Heels in den Größen 46 und 36

Anonymus: Die kleine Theorie Belgiens

  • Beziehungen II
    Psychoanalyse und Philosophie – Körper und Krankheit

Christoph Weismüller: Philosophische Praxis und Pathognostik in der Psychosomatischen Klinik
zur Begleitung der Behandlung von Anorexia nervosa und Bulimie?

Christoph Weismüller: Zur Mitverantwortung des Behandelnden.
Eine Skizze zum pathognostischen Verständnis von Anorexia nervosa und Bulimie

Dionissios Vajas: Multiple Sklerose, Parkinson und Freuds Wächter –
Verdrängung und Psychose

Hakan Özbölük: Traum-a

  • Beziehungen III
    Jugend zwischen Lebensfülle und Gewalt
    Zu Formen von Missbrauch und Übergriffigkeit in einer realen World of Warcraft

Hedwig de Boer: Schüler gegen Schüler

Samir Colic: Im Grunde wollte ich nur die Welt vom Unheil erlösen...
Andeutungen eines vermeintlich Auserwählten

  • Beziehungen IV
    Arbeit, Krankheit und bedingungsloses Grundeinkommen

Christoph Weismüller: Entkoppelung vom Arbeitsopfer?

Axel Schünemann: Grundeinkommen und bedingungslose Prostitution

  • Diskussionsforum / Rezensionen

Siegfried Jensen: Kein Blutbad bei Wagner?

__
Fluchten
Philosophisch-psychoanalytische Zeitdiagnosen
Psychoanalyse und Philosophie. Jahrbuch 2018
Hrsg. von Christoph Weismüller, Düsseldorf: Peras Verlag 2018
182 Seiten, Fadenheftung, 21 x 14,8 cm,
Euro 17,- [D]
ISBN 978-3-935193-34-4

Aus dem Inhalt:

  • I. Flucht
    Beiträge zum Kolloquium Fluchten 2016

Christoph Weismüller: Tod – Flucht – Trieb
Gibt es einen Todesfluchttrieb?
Philosophisch-psychoanalytische Betrachtungen zur Flucht
Der Untergrund der Flucht; Die Flüchtigkeit des Menschenlebens; "Willkommenskultur"; Christentum; Christlich-abendländische Leidenschaft für den 'Islamischen Staat'; Warum Fluchten?; Wie kommen die Flüchtenden zur Ruhe? Einem Traum folgen – Musik und Traum.

Dionissios Vajas: Eine elektronische Epistel
Philosophisch-meditative Einlassungen – vor einem fiktiven Publikum – auf Christoph Weismüllers Aufsatz Tod – Flucht – Trieb.

Gertrud Lettau: Gedanken-Fluchten, Flucht-Gedanken:
historisch – christologisch – traum- und medientheoretisch

Axel Schünemann: Symptom Flucht
Zum zivilen Ungehorsam des Stands der Dinge
'Psychobiologische' Fluchtfundamentalie "Unentschiedenheit"; Zum Symptombezug der rezenten Flucht; Die Religion, die Medien und die Globalisierung; Die Vermitteltheit der Flucht; Fliehen oder Bleiben? Welt 4.0.

Dionissios Vajas: Traumfluchterwachen. Ein Restauranttagtraum

Ralf Bohn: Fluch und Flucht
Bewegungen von Zeit und Raum
Flucht aus dem Ziel; Das Mütterliche; Der alttestamentarische Zusammenhang von Fluch und Flucht; Die Wechselseitigkeit von Fluch und Flucht nach Herkunft der Begriffe; Flucht im flüchtigen Medium: Auflösung ohne Erlösung.

  • II. Flucht in die Gewalt

Dionissios Vajas: Wie Gewalt sich wandelt
Explizite Gewalt; Macht und Perversion derselben durch Ohnmacht – Gedanken über einen schillernden Begriff
Gewalt, die Möglichkeit des Kampfes und der couragierten Auseinandersetzung; Implizite Gewalt und Krisis; Der verlorene Kampf — Inflation der diffusen Gewalt und Nostalgie nach klarer, frontaler Auseinandersetzung

Christina Vedar: Digitaler Rassismus
Wenn Algorithmen diskriminieren

Axel Schünemann: Vom Wandel der Gewalt
Gibt es eine "funktionale" Logik des Wandels der Gewalt?

  • Diskussionsforum

Dionissios Vajas: Zu Manfred Böges Aufsatz Mentalisierung – Über die Entwicklung der Fähigkeit zur Selbstreflexion

Editorial:

Recht verspätet scheint mit dieser Publikation das Thema der Flucht, der Fluchten und der Flüchtlinge aufgenommen zu sein, scheint es doch über alle Medien hinweg schon so gut wie ausdiskutiert und auf den politischen Ebenen darüber fast schon entschieden zu sein. Tatsächlich sind viele Beiträge dieser Publikation bereits vor Jahren, insbesondere 2015 und 2016, entstanden oder zumindest als Vortragsskizzen entworfen worden, so dass sie in diesem Sinne verzögert erscheinen. Doch gerade in einer Zeit, in der die Medien-Aktualität eines Themas sich in Affektivitätszirkularitäten organisiert und verzehrt, ist ein gewisses Maß an Abwarten auf Beruhigung der diversen Aufgeregtheiten unverzichtbar, um die präzisierende intellektuelle Auseinandersetzung und nicht weiteres Verschrecken zu befördern: Es wird Zeit für ein umfassenderes, tieferes, den gesamten Relevanzbereich von Rationalität und Kultur mitberücksichtigendes, genealogisches, philosophisch-psychoanalytisches, pathognostisches Denken. Einem solchen Denken sind die Beiträge dieses Jahrbuchs von Psychoanalyse und Philosophie verpflichtet.

Es gibt vielerlei Fluchten, über die man erzählen, berichten, streiten kann oder klagen muss. Sind aber Erzählung, Bericht, Streit, Klage ihrerseits womöglich auch Formen der Flucht, verschobene und entstellte Wiederholungen? Es ist an der Zeit, die Frage nach dem Wesen der Fluchten zu stellen und möglichst weitgehend zu beantworten. Die vorliegende Publikation kommt dieser Aufgabe nach.

Fluchten vor Not, Gewalt, Schuld, Tod sowie auf diese hin kennzeichnen den Weg alles Menschlichen. Die Fluchten sind im Gegenzug zum magischen Todesbannungsversuch der Starre das beobachtbare Phänomen, das der Not, der Bedrängnis und der Angst folgt oder vorausgeht, um Zeit, Zukunft, Leben, Todesüberwindung sich zu gewinnen. Fluchten stoßen zunächst sich ab von etwas, das mit dem Nichts droht. Doch Fluchten bedürfen, einmal durch die Abstoßung von der Nichtung in Bewegung gesetzt und in dieser Bewegung die nichtende Nichtungsabstoßung bergend, der Begrenzung, um nicht in dem Nichts sich zu verlieren, dem zu entraten sie in Bewegung gesetzt sind. So kommen als veräußerte und wiederverinnerte Bergungen Götter, Dinge, Ziele und über diese vermittelt auch der Sinn in die Welt. Die Fluchten beginnen wider die zu große Nähe oder Ferne des Körperbezugs; vom realen Körper fort und auf verfügbare Körperinszenierungen hin; so folgen sie dem Weg der Gewalt und gestalten auf diesem seine neuen Operationsmodelle vor, so dass an dessen Ende eine Vielzahl der Opfer ruhen wird, die anfangs die Bewegung der Flucht aufnahmen.

Der Fluchten gibt es aktuell viele, wie über alle Zeit der Welt bereits. Seit einigen Jahren nun kommen Flüchtlinge, lange Zeit ferngehaltene Sterblichkeitserinnerungen, den Mauern, Straßen, Häusern, Tischen und Betten der Menschen Europas näher. Dieser Flüchtlinge Existenz klärt auf über das Wesen des Daseins.

Das Symposion Fluchten 2016 widmete sich der Aktualität der Fluchten und Flüchtlinge und nahm diese Situation zum Anlass, denkend den Fluchten sich zu widmen. Die Denkenden befinden sich dabei selbst auf dem Weg der Todesflucht, aber sie vermögen es, in vielfältiger Hinsicht diese Selbstverwobenheit in das Fluchtwesen zugleich auch aufzuschließen. Diese Aufschlüsse sind in der vorliegenden Publikation zusammengetragen.

Eröffnend fragt Christoph Weismüller in seinem Beitrag Tod – Flucht – Trieb danach, ob es einen Todesfluchttrieb gebe. Seine philosophisch-psychoanalytischen Betrachtungen zur Flucht führen die These aus, dass es sich bei der Flucht um eine konkrete lebensweltliche Erscheinung des Todestriebs handle; genauer: Die Konstitutionsbedingungen der objektiven dinglichen, technischen, politischen Mächte finden sich in den und als die objektiven Machtverhältnisse(n), vor allem in den Dingen der Kultur und deren bewegter Ökonomie sowie nicht zuletzt auch als Rechtsformen funktionalisiert ausgetragen. Die Gewalt- und Opferformen dieser Konstitutionsbedingungen werden von lebendigen sterblichen Körpern, diesen inkarniert, als Todesfluchtbewegungen ausgetragen, die unterschiedlichste Bahnungen erfahren können.

Dionissios Vajas knüpft mit seinem Beitrag Eine elektronische Epistel eine Diskussion von Gedanken aus Christoph Weismüllers Aufsatz Tod – Flucht – Trieb an. Er geht davon aus, dass die Schrift nicht frei von ihrer Arbeitsambition, der Aufstellung eines Repräsentationskonstrukts, bedacht werden kann, so dass demgemäß eine mögliche verfehlte Aufnahme der traumtheoretischen Explikationen zu bedenken sei.

Gertrud Lettau nähert sich in ihrem Vortrag Gedanken-Fluchten, Flucht-Gedanken: historisch – christologisch – traum- und medientheoretisch der komplexen Beziehung von Flucht und Denken als der in den Erlösungsreligionen thematisierten dialektischen Disjunktion von Flucht oder Tod. Sie stellt mithin die Frage nach dem Anteil, der dem Begehren der Erlösung vom vergänglichen Körper in Zeiten der medialen globalen Insemination an der Auslösung von Fluchten zukommt.

Axel Schünemann entfaltet mit seinem Beitrag Symptom Flucht Gedanken Zum zivilen Ungehorsam des Stands der Dinge. Er hebt dabei insbesondere ab auf die "mediale Differenz der Fluchten", das ist die medial vermittelte und ausgebeutete Flucht einerseits und die Flucht des Medialen selbst andererseits. Das Fluchtgeschehen insbesondere des Jahres 2015 in Richtung Europäische Union nimmt er auf als einen zeitgemäßen weil dingvermittelten, wenn nicht sogar dingbefohlenen Akt zivilen Ungehorsams gegen die veraltete Welt, die Welt der Körper, die nicht aufzugehen vermag im Komplex elektronischer Kommunikationsmedien.

Unter dem Titel Traumfluchterwachen gibt Dionissios Vajas einen Tagtraum in die Diskussion um die Fluchten ein. Hier legt ein Philosoph und Mann schriftlich notiert seinen Traum vor als den für ihn, als Mann, in Erfüllung gegangenen Traum der Frau; eine Körperflucht. Entsprechend notiert die (Flucht-)Schrift vom (Flucht-)Traum des Mannes Szenen des Körperschwindens, insbesondere als Beobachtung der Nahrungsaufnahme: Das Ende solcher Szenen treibt endlich die sozial-politischen Realitäten, den Mannstraum verlängernd, hervor, der, auf den Entzug als seinen Grund stoßend, erwachend zu sich kommt.

Ralf Bohn will mit seinem Beitrag Fluch und Flucht. Bewegungen von Zeit und Raum unmittelbar in biblische Verhältnisse sich einmischen, was anders auch gar nicht möglich sei, da es "schlechterdings keine gottlosen Räume mehr" gebe. Dabei interessiert ihn, orientiert am Text des Alten Testaments, der "Übergang vom real nomadisierenden zum funktional ökologischen Fluchtphänomen, also die Opferverteilung und die Institutionalisierung der Opfergerechtigkeit, die die einen vertreibt, weil ihnen der Boden nichts mehr hergibt, und die anderen zu Eroberungszügen oder Verdrängungskriegen anstachelt, weil sie den Kreis ihrer Sicherungen ausweiten wollen." Er geht ein auf die Geschlechtsdifferenz des Fluchens als performativer Handlung; den Antagonismus von Fluch und Flucht in den Erzählungen der alttestamentarischen Bibel; die Etymologie von Fluch und Flucht und schließlich auf die Medialisierung von Fluch und Flucht und diesbetreffend auf Filme von Jacques Tati, mit denen das Spannungsverhältnis von Fluch und Flucht in der Moderne dargestellt werden kann, in der man "allerorten auf Gottesmaschinen und patriarchale Fatalitäten" stößt, die normativ-technisch die Fluchten beschleunigen. Als ein Kernproblem kann Bohn die zirkulare Flucht des Warentauschs herausarbeiten, die, wie es auch in Tatis Filmen ausgelegt wird, alles und jegliches kontaminiert und mit sich reißt und so eine endlose Kette von Flucht und Flüchtigen gerade durch das Konsumversprechen und insbesondere an Orten des Wohnens provoziert.

Den zweiten Teil dieses Buches, übertitelt Flucht in die Gewalt, eröffnet Dionissios Vajas mit Überlegungen zu der Frage, wie Gewalt sich wandelt. Seine Gedanken über einen schillernden Begriff reihen sich ein in die eigengeschichtlichen Lebensphantasmen des Subjekts. Vorgestellt wird der Wandel als die Grundkomponente menschlichen Sammeltriebhandelns, und zwar in der Gestalt der permanenten lebenslangen Perfektionierung eines intellektuellen Munitionslagers.

Christina Vedar möchte mit ihrem Beitrag Digitaler Rassismus. Wenn Algorithmen diskriminieren auf das Phänomen eines durch Internet-Algorithmen potenziell provozierten Rassismus und damit einhergehender Alltagsgewalt aufmerksam machen. Warum ist es so schwierig, über eine Suchmaschine ein Foto zu finden, auf dem ein hellhäutiger Mensch und ein dunkelhäutiger Mensch zusammen abgelichtet sind? Was sagt das aus über solche Wunschmaschinen?

Im Rekurs auf Kriege, Folter, Mord und Terroranschläge fragt Axel Schünemann in seinem Beitrag Vom Wandel der Gewalt danach, ob es eine "funktionale" Logik des Wandels der Gewalt gebe und expliziert in diesem Zusammenhang seine zu weiterer Diskussion auffordernde These, "dass die Erkenntnisinstanz namens Krankheit auf dem rezenten Stand der technologisch-medialen Produktion zunehmend selber sich vergesellschaftet, so dass die epikalyptische Normalität ihre Epikalyptik, das gnostische Symptom seine Gnosis und beider unvermittelte Unterscheidung ihre Vermittlungsvalenzen graduell einbüßen." Das provoziert, der Entfaltung der Produktivkräfte korrespondierend, die Körperopfer reklamierend, Kriege ebenso wie Fluchten, die, ihnen wesentlich, in Terror unterschiedlichster Art münden.

Alle hier vorgelegten Beiträge verstehen sich als die Eröffnung einer neuen, philosophisch denkenden und damit allererst angemessenen Ebene der Diskussion des Phänomens Flucht. Konnte bis jetzt das Glück der geschonten und (über-)versorgten Sesshaften ausgespielt werden wider das Elend der in die Regression des Nomadentums rückgezwungenen Flüchtenden, so gilt es von nun an, die Blicke und die Urteile hinsichtlich der Fluchten und der in diesen mitgetragenen Gewalt, nicht zuletzt unter Einbezug des Todesfluchttriebs, neu zu justieren.

Christoph Weismüller

__ Loyalität und Perversion
Psychoanalyse und Philosophie, Jahrbuch 2016/2017
hg. von Christoph Weismüller
Düsseldorf: Peras Verlag 2017

160 Seiten, Fadenheftung, 21 x 14,8 cm, Euro 17,- [D]
ISBN 978-3-935193-33-7

In welchem Verhältnis stehen Loyalität und Perversion zueinander? Ist Loyalität nur die Metapher der Perversion? Verdichten sich im Loyalitätsverhältnis die Konditionen der Perversion oder stellt Loyalität eine Chance dar, die Perversion in glückend gelingende und auch in Bezug auf sich selbst erkenntnisgeöffnete gesellschaftliche Praxis überführen zu können? Vorträge eines Kolloquiums zu diesen Fragestellungen und Beiträge zur pathognostischen Selbsterfahrung und ihrer Bedeutung sowie Aufsätze, die zwar nicht explizit auf diese Thematik hin verfasst wurden, aber weitere Aufschlüsse dahingehend ermöglichen, sind in diesem Jahrbuch von Psychoanalyse und Philosophie versammelt.

Aus dem Inhalt:

Christoph Weismüller
Einleitung – Die zwei Seiten eines Krisenverhältnisses

Ralf Bohn
An Eides statt. Die Gruppe in Loyalität und Perversion

Dietrich Krebs
Loyalität und Perversion

Axel Schünemann
Von der Antiquiertheit zur Totalisierung von Loyalität und Perversion

Gertrud Lettau
Ethik der Loyalität. Aspekte der imperativen Gesetzes- und Regeltreue im Spiel der Unabdingbarkeit von Devianzen

Ralf Bohn
Erkenntnis und Darstellung. Das Problem der Naturerkenntnis in der Psychoanalyse der Jahrhundertwende

Manfred Böge
Mentalisierung - Über die Entwicklung der Fähigkeit zur Selbstreflexion

Christoph Weismüller
Pathognostische Selbsterfahrung. Oder: Eine fast unentschuldbare Verfügung aus Abwesenheit

Dionissios Vajas
Vereins- und Individualkrise als das Phantasma einer Selbstbegründungskrise

Dionissios Vajas
Von der Unmöglichkeit des Designs. Replik auf Ralf Bohns Probleme gnostischer Praxis („Fragment“, einem umfangreicheren Text entnommen)

Dionissios Vajas
Unmittelbar erfolgte Reaktionen auf Christoph Weismüllers nicht veröffentlichtes, mündlich vorgetragenes Nachwort

Axel Schünemann
Das Drängen des Körpers im Leib. Rezension von: Andrea Moldzio, Verletzte Leiblichkeit

Josephine Ihde
Maschinerie der seelenlosen Körper

Axel Schünemann
Nur geträumt ...

Josephine Ihde
Das neugierige Weib - Ein kleiner Nachtrag

Gertrud Lettau
Traum als Schlachtfeld, Fabrik oder Kreißsaal? Gedanken zu J. Ihdes Traum

Gertrud Lettau
Verletzte Leiblichkeit - verletzte Weiblichkeit

Editorial

In welchem Verhältnis stehen Loyalität und Perversion zueinander? Ist Loyalität nur die Metapher der Perversion? Verdichten sich im Loyalitätsverhältnis die Konditionen der Perversion oder stellt Loyalität eine Chance dar, die Perversion in glückend gelingende und auch in Bezug auf sich selbst erkenntnisgeöffnete gesellschaftliche Praxis überführen zu können? Vorträge eines Kolloquiums zu diesen Fragestellungen und Beiträge zur pathognostischen Selbsterfahrung und ihrer Bedeutung sowie Aufsätze, die zwar nicht explizit auf diese Thematik hin verfasst wurden, aber weitere Aufschlüsse dahingehend ermöglichen, sind in diesem Jahrbuch von Psychoanalyse und Philosophie versammelt.

Christoph Weismüllers Doppelbeitrag durchdenkt in der Einleitung Loyalität als "Modus von Objektivitäts- und Voraussetzungsaneignung" und Perversion als "Offenlegung des Unbewussten der Loyalität" sowie beider Anachronismus hinsichtlich des Begehrens von Loyalität und Perversion. Der zweite Teil, Die zwei Seiten eines Krisenverhältnisses, einbezieht die erkenntnisloyale Aufklärung von Loyalität und Perversion in beider Krisenverhältnis als möglichen, doch von Aussetzung bedrohten, Verbrauch der Gewaltvollstreckung.

Ralf Bohns Beitrag An Eides statt. Die Gruppe in Loyalität und Perversion hebt mit Rückgriff auf Sartres Kritik der dialektischen Vernunft die Frage nach den Möglichkeiten und Problemen der Gewinnung und Gestaltung von Zukunft in und von sozialen Kontexten hervor. Diese Wendung auf Zeit und Zukunft hin lässt er entdecken als die einer als Produktionstheorie fortgeschriebenen Todestriebtheorie entsprechende, quasi ur-sprüngliche Perversion, die, vermittelt über den "Dritten", die Loyalität bekundende "Vereidigung" und den in Dinggestaltungen sich ausformenden "Eid", immer wieder als körpergebundener, sozialer Kontext, im Gegenzug zu und doch von den dinglichen Vorgaben her, reinszenatorisch, die – vom "Dritten" getragene – Perversionsloyalität bekundend, erinnert werden muss – als "Furcht" – um willen einer Zukunftsgestaltung. Entsprechend pointiert ist die These hinsichtlich des Vereins Psychoanalyse und Philosophie: Er zerbrach an den Grenzen der Perversion einerseits und der Loyalität andererseits, am "fehlenden Drittenbewusstsein".

Dietrich Krebs' Beitrag Loyalität und Perversion stellt beider Verhältnis als den binnenrationalen Widerstreit einer explorativen Haltung versus einer Erwartungssicherheit zur Diskussion. "Ohne Einbindung in exploratives Verhalten", so seine Ausgangsthese, "pervertiert die reproduktive Kultur zur Abtötung eben jenes Lebens für dessen Erhalt sie vorgibt, Ressourcen bereitzustellen." Die Schwierigkeiten, mit denen der Beitrag sich und seine Lesenden konfrontiert, beginnen mit der Einsicht, dass exploratives Verhalten lebensnotwendig in die reproduktive Kultur als deren Selbsterkenntnis, Suche nach Nicht-Wissen, eingebunden ist, und führen zur Verwindungsanmahnung: zur "Loyalität zum Unverfügbaren im Mitmenschen".

Axel Schünemanns Beitrag Von der Antiquiertheit zur Totalisierung von Loyalität und Perversion betont hingegen die gegenseitigen Bedürftigkeiten von Loyalität und Perversion, exemplifiziert am paradigmatischen Bezug des kategorischen Imperativs auf das 'genealogisch' wahrheits- wie lügenpervertierende Lügner-Paradoxon, das zum autosymbolistischen Wesenszug des technisch-medialen Fortschritts gehört.

Gertrud Lettau beleuchtet in ihrem Beitrag Ethik der Loyalität. Aspekte der imperativen Gesetzes- und Regeltreue im Spiel der Unabdingbarkeit von Devianzen die komplexe Dialektik des Loyalitätsverhältnisses in den despotischen Macht- und Verführungsstrukturen menschlicher Sozietäten und untersucht diese Strukturen etwa unter dem Aspekt der Ausdifferenzierung der Drittenpositionen. "Erzähl' mir nicht, was sie hinter meinem Rücken über mich geredet haben. Erzähl' mir lieber, warum sie das in deiner Anwesenheit durften!?!" An diesem Beispiel erschließt Lettau die Selbstdestruktivität des despotischen Loyalitätsverhältnisses und dessen "Schizophrenisierungsmacht", nachgerade als die Selbstaufklärung des Verhältnisses von Philosophie und Loyalität zwischen Differenz- und Indifferenzdebakel.

Der im Alltag oft abwertend gemeinte Satz "Das ist ja pervers!" setzt voraus, das Gewohnte sei deshalb auch das Normale oder Gesunde und von daher auch nicht aktiv zu unterlaufen oder philosophisch zu hinterfragen. Im Rahmen psychoanalytischer wie psychoanalysekritischer Diskurse sollte sich jedoch von selbst verstehen, dass solche Unterscheidungsleistung loyaler und perverser Identifikationen mit Natur wesentlich Abwehr ist, abwertende Verdrängung einer verleugnet erkannten Darstellung der je eigenen ödipal (un)autonomen, narzisstisch (un)autarken und todestrieblich (un)absoluten Identifikation mit dem (Mutter-, Natur- und Leichen-)Körper. Doch für den Satz, "Das sollte sich von selbst verstehen", gilt diese psychoanalytische Diagnose ebenso. Seine Aufklärungsbedürftigkeiten bestimmen die folgenden Arbeiten des Jahrbuchs:

Ralf Bohns – für das Themenfeld von Loyalität und Perversion, aber auch für viele weitere Diskussionen des Verhältnisses von Psychoanalyse, Philosophie und Pathognostik zentrale – Abhandlung Erkenntnis und Darstellung. Das Problem der Naturerkenntnis in der Psychoanalyse der Jahrhundertwende widmet sich den einschlägigen Begriffen und Begriffsbildungen des 17. Vortrags- und Diskussionsprotokolls vom 20. März 1907 der Psychologischen Mittwoch-Gesellschaft der Wiener Psychoanalytischen Vereinigung und arbeitet das grundlegende Problem von Geschichtlichkeit versus 'Natürlichkeit' der Naturerkenntnis durch.

Thematisch schließen sich sodann Reflexionen zur Entwicklung von Selbstreflexion, zum Kolloquium Was heißt pathognostische Selbsterfahrung? und zur Krisis der Pathognostik an.

Manfred Böges Beitrag Mentalisierung – Über die Entwicklung der Fähigkeit zur Selbstreflexion geht davon aus, die Selbstreflexion sei eine individuelle Fähigkeit, auf die die Philosophie angewiesen ist, über deren Entstehung sie sich aber bisher allzu wenige Gedanken nur gemacht habe. Er schlägt vor, die von Peter Fonagy und Kollegen konzipierte Mentalisierungstheorie, die er als eine moderne Variante der Bindungstheorie versteht, in den Kontext der Philosophie einzuführen.

Christoph Weismüller expliziert in seinem Beitrag Pathognostische Selbsterfahrung. Oder: Eine fast unentschuldbare Verfügung aus Abwesenheit am Beispiel seiner erwarteten Abwesenheit im besagten Kolloquium pathognostische Selbsterfahrung als 'Verdinglichungskonditionenerfahrung'. Papier, Schrift und eine andere Stimme "erinnern einen abwesenden vernunft-, sprach- und schriftbegabten Körper". Es ist die "intellektuelle genealogische Aufnahme dieser Weisen der Fühlbarkeit" die der Beitrag als die Besonderheit pathognostischer Selbsterfahrung befürwortet, als "in ihrem Tun sowie hinsichtlich ihrer Motivation, ihres Denkens und Handelns sich selbst erfassende Intellektualisierung".

Dionissios Vajas' Beitrag Vereins- und Individualkrise als das Phantasma einer Selbstbegründungskrise schließt anhand seiner während der Akme der Krisis der Pathognostik gemachten Selbstbeobachtungen die Vereinskrise hinsichtlich ihres Durchgreifens auf den Körper auf, als Aporie des Scheiterns einer Selbstgründung der Aufklärungsarbeit an der Phantasmatik der Selbstbegründung.

Im Beitrag Von der Unmöglichkeit des Designs. Replik auf Ralf Bohns Probleme gnostischer Praxis greift Dionissios Vajas die Idee und die Frage einer therapeutischen Intervention durch das phobische Objekt mittels seines Designs auf und durchdenkt die Aporie einer solchen Intervention – Trennung von Form und Materie – in Bezug auf die Arbeiten des phobischen Subjekts an der Schaffung eines "phobischen Alibis" als die therapeutische Einbindung in die "stets in Betrieb seiende technische Perfektionierung".

Die von Dionissios Vajas in seinem Beitrag Unmittelbar erfolgte Reaktionen auf Christoph Weismüllers nicht veröffentlichtes, mündlich vorgetragenes Nachwort notierten Gedanken und Thesen können als ein Schlusswort zur Krisis der Pathognostik verstanden werden, freilich nicht als Tabuierung weiteren Denkens und Schreibens, wohl aber als das Plädoyer zur Einsichtnahme in die institutionelle Dinglichkeit von Paranoia.

Das Jahrbuch schließt mit Texten zur Selbstverletzung, die das "und" zwischen leiblicher Loyalität und selbstverletzender Perversion hinsichtlich einer depathologisierenden Konstitutionsentbergung das Leiden von Natur und Kultur der Leiblichkeit an diesem "und" zu denken versuchen.

Im Ausgang einer phänomenologiekritischen Rezension von Andrea Moldzio, Verletzte Leiblichkeit wenden sich Josephine Ihde und Axel Schünemann am Beispiel eines Traums und in Fortsetzung der auf Herbert Silberer zurückgehenden pathognostischen Traumdeutungstradition der genealogisch weitenden Aufschlussmöglichkeit des entzogenen Aufkommens von Leiblichkeit und Selbstverletzung im Übergang zwischen Schlafen und Wachen zu.

Gertrud Lettau skizziert mit ihrem Beitrag Verletzte Leiblichkeit – verletzte Weiblichkeit ein pathognostisches Tableau der wissenschaftlichen, psychologischen, mythologischen und literarischen Aspekte, die sich zum Ritzen aufdrängen, und entlässt mithin den roten Faden, der das Jahrbuch Loyalität und Perversion von beider Verhältnis über ihre Genesis-Anteile in psychoanalytischer Erkenntnis und philosophischer Selbstreflexion bis zur autosymbolischen Welt des Traums und seiner notorischen Selbstverletzung als Begehren der Phänomenalität durchzieht, als Auftrag zu weiterem selbstaufklärenden und -therapeutischen Denken und Schreiben, denn Lettaus Resümee: "Ritzen ist schreiben!", "Wieder- und Selbstgeburtsphantasmatik", gilt ausnahmslos, auch für alle, im abschließenden Büchermarkt der Beachtung anempfohlenen neu erschienenen Werke aus der institutionellen und philosophischen Umgebung von Psychoanalyse und Philosophie e. V.

Christoph Weismüller, Axel Schünemann

__ Krisis der Pathognostik
Psychoanalyse und Philosophie, Jahrbuch 2014/2015
hg. von Christoph Weismüller
Düsseldorf: Peras Verlag 2016

134 Seiten, Fadenheftung, 21 x 14,8 cm, Euro 12,- [D]
ISBN 978-3-935193-31-3

Dieses Buch widmet sich der Aufarbeitung der "Lebensgeschichte" des Vereins Psychoanalyse und Philosophie e. V. und einer dem Vereinswesen kaum abdingbar immanenten und aktuell manifest gewordenen Krisis. Damit stellt sich zumal die Aufgabe selbstkritischer Selbsterfahrung. Solche Aufarbeitung vermag neue Möglichkeiten zu erschließen, verlangt indessen auch Zeit, Ruhe und Mut zu neuen Arbeitsformen. Auf diesen Wegen, die den Bereich der intellektuellen Aufarbeitung der "Vereins-Lebensgeschichte" durchziehen, versammelt das vorliegende Jahrbuch des Vereins Beiträge seiner Mitglieder zur Krisis der Pathognostik sowie zu den Möglichkeiten derer Verwindung.

Aus dem Inhalt:

Dionissios Vajas:
Ratlos

Axel Schünemann:
Statement zur aktuellen Situation des Vereins

Ralf Bohn:
Probleme gnostischer Praxis

Dionissios Vajas:
Über die seit eh und je intellektuelle Organisationsform des Abendlandes, die Schule macht

Lukasz Banka:
Überlegungen zum Begriff des Vereins

Peter Reichartz:
Ansichten eines Randständigen

Dietrich Krebs:
Wider die Verdinglichung der Entscheidungsfindung

Lukasz Banka:
Vom Schaffen der Herausforderung, die Herausforderung zu schaffen
(Brief-Anhang von Christoph Weismüller)

Hans Christian Pultke:
Quo vadis

Axel Schünemann:
Somniale Apokrisis

Dionissios Vajas:
Diskussion der "Somnialen Apokrisis"

Peter Reichartz:
Offener Brief an Heide Heinz und Rudolf Heinz

Christoph Weismüller:
Mail an den Vorstand

Axel Schünemann:
Quo vadebaris, pathognostice associationis?

Lukasz Banka:
Einige Überlegungen zum Begriff des Todestriebes und zur Unschärfe(relation?) (zwischen) der Bewegung der Wissenschaft und der wissenschaftlichen Bewegung

Axel Schünemann:
Pathognostische Selbsterfahrung – ein Selbstbetrug?
(Brief-Anhang von Christoph Weismüller)

Gertrud Lettau:
Epode

Aus dem Editorial:

Eröffnet wird das Jahrbuch Krisis der Pathognostik mit Beiträgen zu einem im Frühjahr 2014 online gestellten Blog über die Zukunft des Vereins, über seinen Begriff und seine Aufgabe(n):

__ Axel Schünemann stellt das hermetisch wie hermeneutisch zur Erscheinung drängende dinggewordene Selbstgründungsbegehren der Schrift des zurückgetretenen Vorsitzenden in den Vordergrund seiner Voten.
__ Mit einer Darlegung der Schwierigkeiten von gnostischer Praxis, die Repräsentationen des Dingunbewussten in einer evidenten Form zu vermitteln, stellt und überantwortet Ralf Bohn dem Ding namens 'Verein' die Frage des Designs der Dinge.
__ Dionissios Vajas entfaltet eine intellektuelle Gesamtsicht der zwischen Lehrer, Schüler und Schriftwahrheit zirkulierenden Erkenntnis: der "objektalen Apokalypse des eigenen Unbewussten" und plädiert mithin gegen den Konfrontationskurs der "reinen, vollen Bewusstseinswahrheit".
__ Lukasz Banka widmet sich einer dingekstatischen Lektüre des Begriffs des Vereins, pointiert auf die ödipalen, narzisstischen und todestrieblichen Ein- und Ausschluss- gleich Opferverhältnisse.
__ Peter Reichartz gibt die Probleme des Totalitätsanspruchs der Pathognostik als die Dialektik ihrer zirkulären Selbsteinschließung zu denken, als die Frage, ob ein Weltkind, das in den Veranstaltungen seiner Institutionalisierung eher sich bestätigt, denn in Frage stellt, wachsen und gedeihen könne?
__ Dietrich Krebs schließt und wiedereröffnet zugleich die Diskussion mit der – am Beispiel der Quäker dargelegten – Frage der Öffnung der als Verein institutionalisierten Pathognostik.

Mit der finalen Frage nach einer radikalen institutionellen Öffnung greift der kaleidoskopartige Blog bereits auf den im objektiven Produktionsunbewussten modernster Medien angelegten Wandel der Möglichkeiten und Nichtmöglichkeiten einer Nichtenteignung pathognostischen Denkens voraus, wie auch die Voten und Fragen der Diskussion in den anschließenden Beiträgen zur Krisis der Pathognostik und ihrer Aufklärung produktiv gewendet wiederkehren:

So öffnet Lukasz Bankas Beitrag Vom Schaffen der Herausforderung, die Herausforderung zu schaffen im Dreiklang von Flucht, Heimat und Grenze den Blick auf die therapeutische wie pathogene Doppelnatur jeder Öffnung. In einer begleitenden Anmerkung weist Christoph Weismüller auf die verschiedenen Modi der Flucht und ihre todestriebliche Grundierung hin.

Hans Christian Pultkes Beitrag Quo vadis widmet sich – mittels der Selbsterfahrung einer im Übergang zum Einschlafen situierten Lektüre pathognostischer Schriften – dem 'genealogischen' Teil der Symptombezüge der 'Streitigkeiten' und stellt insbesondere das primärprozessuelle Geschlechtsproblem heraus: als Mangel der Zulassung des Körpers.

Auch die beiden folgenden Beiträge von Axel Schünemann und Dionissios Vajas referieren unter dem Titel Somniale Apokrisis auf das Übergangsproblem, auf einen Traum, der das in der Vorgeschichte der "Streitigkeiten" aufgekommene, aber kaum ausdiskutierte Verhältnis von Kunst und Philosophie in Pathognostik als "funktionales Phänomen" des Traums ausbeutet und so der fachpolitisch kritischen Betrachtung (Schünemann) und einer genealogisch-kontrapunktischen Supervision (Vajas) zugänglich macht.

Beiträge zum institutionellen Bruch und zum Pathocabaret, einem Text von Rudolf Heinz, der mit weiteren Schreiben an die Mitglieder des Vereins zum Austritt aufforderte, schließen sich an:

Peter Reichartz' Offener Brief an Heide Heinz und Rudolf Heinz antwortet auf die besagten Rundschreiben, indem er ihre Auseinandersetzungen auf die Abwehr des 'Wechsels akademischer Generationen' "als Schuldverschiebung im Namen der Genealogie" aufschließt und für eine Brechung des Zwanghaften und Verhärteten plädiert.

Christoph Weismüllers Mail an den Vorstand deutet das Pathocabaret hinsichtlich der dem Text entnehmbaren Vereins-Selbsterfahrung seines 'Gründers' als dessen Annäherung an eine Pathognostik des Vereins.

Axel Schünemann erwägt in seinem Beitrag Quo vadebaris, pathognostice associationis? das Pathocabaret als eine Selbstdarstellung der Pathognostik und erprobt im parodistischen Anhang Wozu Pathognostik? die Spiegelung pathognostischer Kritik an (gängiger) Philosophie.

Lukasz Bankas im Kontext des Theorieseminars geschriebener Beitrag Einige Überlegungen zum Begriff des Todestriebes und zur Unschärfe(relation?) (zwischen) der Bewegung der Wissenschaft und der wissenschaftlichen Bewegung durchdenkt die Aporien der Todestriebrepräsentanz, dieses Kerntheorems der Pathognostik, und erweitert mithin die Krisis der Pathognostik zur Krisis überhaupt des paradoxalen begriffsmischenden "Todestriebs des Todestriebs".

Im Beitrag Pathognostische Selbsterfahrung – ein Selbstbetrug? stellt Axel Schünemann die Probleme pathognostischer Selbsterfahrung – Selbstverschlingung des Pathognostikers mit seiner Theorie – zur Diskussion. Ein Anhang von Christoph Weismüller markiert Topoi und Fragestellungen der weiteren Diskussion und deutet als die Frage einer pathognostischen Immanenz dieser kritischen Wendung auf die faktische Fragilität der gleichwohl wichtigen Sanierungsgedanken hin.

Gertrud Lettau notiert mit ihrer Epode Töne des Abgesangs.

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Psychoanalyse und Philosophie. Pathognostica 12/13
Jahrbuch 2012/2013, hg. von Christoph Weismüller
Düsseldorf: Peras Verlag 2014

137 Seiten, Broschur, 21 x 14,8 cm, Euro 12,- [D]
ISBN 978-3-935193-29-0

Aus dem Inhalt:

Axel Schünemann
Totensonntagstraum – in memoriam Ulrike Mix (1955 – 2011)

Christoph Weismüller
Vom Schwinden und Erscheinen der Sexualität.
Sexualität zwischen Körper und Technik. Ein Beitrag zum Problem von sexueller, technischer und politischer Freiheit

Axel Schünemann
Kampf um die Vorhaut

Christoph Weismüller
Sexualfreiheit, Todestrieb und Kultur

Ralf Bohn
Die Marge des Widerstandes. Zu einer Denkfigur nach Paul Klee

Dionissios Vajas
Der BMW-Sternmotor und Teratogenes

Dionissios Vajas
Das Konzentrationslager Dachau
Nationalsozialismus, Freiheit, Vernichtung (Juden) und Selbstvernichtung (Deutschland) – Die historisch verzeichnete Erkrankung der deutschen Gesellschaft – Tränen in Dachau

Dionissios Vajas
Wie vergisst man die Psychoanalyse?
Gedanken anlässlich des Cronenberg-Interviews Künstler sind wie Seelenärzte (Der Spiegel, 45/2011) betreffs seines Films Eine dunkle Begierde (2011)

Ulrich Hermanns
Pour être – Vielheit, Verschiebung und Appell im Handwerk des Unbewussten

Gertrud Lettau
Ethik und Kultur. Von der Unmöglichkeit des Sittlichen

Lukasz Banka
Skizze einer unethischen Ethik

Bernhard Lubberger
Götterdämmerung. Versuch einer Selbstbetrachtung

Aus dem Editorial:

Dokumentiert sind Textengagements aus dem Kreis der Vereinsmitglieder, die zum Teil auf gehaltene Vorträge zurückgehen, aber auch anderem Nach-Denken sich verdanken.

Eröffnet wird der Beitragsreigen von Axel Schünemann mit einem Totensonntagstraum – in memoriam Ulrike Mix (1955 – 2011), einem Traum-Nachgang zum Tod von Ulrike Mix, die im Jahrbuch 2006 noch Mitautorin in Psychoanalyse und Philosophie war und deren vielfältige Beiträge aus Musik und Kunst sowie deren stets kritische und selbsterfahrungsstarke intellektuelle Begleitung wir sehr missen.

Christoph Weismüller hebt in seinem Text Vom Schwinden und Erscheinen der Sexualität. Sexualität zwischen Körper und Technik das Verhältnis von sexueller, technischer und politischer Freiheit hervor und bedeutet damit, dass eine bloß subjektivistisch ausgerichtete Psychologie und Psychoanalyse den Komplex von Krankheit und Symptom mit ihren Mitteln nicht zu erfassen in der Lage ist; dass diesen gegenüber in besonderem Maße kritisch zu verfahren ist, und zwar in der Weise, diese auf Objektivität hin zu erweitern, damit Krankheit und Symptome angemessen erfasst und therapeutisch angegangen werden können.

Mit seinem Beitrag Kampf um die Vorhaut nimmt Axel Schünemann Bezug auf die weiland medial heftig geführte, niemals aber angemessen theoretisch aufgearbeitete 'Beschneidungsdebatte'. In pathognostischer Konkretion und Radikalität durchdenkt er seine Eingangsthese, dass die präpubertäre Zirkumzision unabhängig sei von allen wertabsoluten oder traditionalen Begründungen; dass sie aber sehr wohl zweckrational bestimmt sei, und zwar durch ihre Hauptfolge der Dämpfung der männlichen Masturbation.

Christoph Weismüllers Beitrag Sexualfreiheit, Todestrieb und Kultur macht noch einmal deutlich, dass das Problem subjektivistischer Konzeptionen darin besteht, nicht anzuerkennen, dass die Krankheit niemals eine rein subjektive, sondern immer eine subjektiv angemaßte ist und dass es gemäß solchen Anmaßungsübergriffs auf die Objektivität darum ginge, die Pathologie und ihre Symptome als ein Medienproblem aufzufassen, mit dem die Freiheit als die tödliche Hochspannung von Sexualität und Kultur diskutiert wird: als die Hochspannung des Todestriebs.

Ralf Bohn thematisiert am Paradigma Paul Klee den Widerstand zur Profession der Malerei im Verhältnis zur Grafik. Eine Ausdrucksform des Widerstandes entdeckt sich ihm in Klees Pathologien, seiner neurodermitischen Hauterkrankung. Er entwickelt die These, alle medialen Grenzorgane seien Wächter des Widerstands und zugleich Spielorte osmotischer Bildinszenierung und Verdinglichung. So werde die Haut zur Leinwand und in der Sklerodermie mache sich durch die Einstellung der Hautosmose die Reinheit des Körpers als Produktionseinbehaltung geltend.

Dionissios Vajas schließt ein Triptychon an:

Der BMW-Sternmotor und Teratogenes lässt teilnehmen an einer die Kulturproduktion nachvollziehenden Imaginierung des besagten Motors, die auf die Bewusstwerdung der innerpsychischen Vorkommnisse und deren intellektuelle Aufarbeitung ausgerichtet ist.

Der Beitrag Das Konzentrationslager Dachau stellt die Nachbearbeitung eines Besuchs dieses Lagers dar und führt zu der These, dass der nationalsozialistische Staat sich mit der jüdischen Bevölkerung identifizierte und an ihr den eigenen Tod als Tod der anderen praktizierte.

Wie vergisst man die Psychoanalyse? fragt nach dem Verhältnis von Psychoanalyse und Film und pointiert, dass der Film den Traum der Psychoanalyse "nach draußen schleppt".

Ulrich Hermanns Beitrag Pour être – Vielheit, Verschiebung und Appell im Handwerk des Unbewussten arbeitet sich ab und vielfältige Ebenen auf anhand der Diskussion des von Deleuze und Guattari in ihrem Werk Rhizome respektive Mille Plateaux wie apokryph (nicht) formulierten Satzes "Wir sind Schmiede des Unbewussten und hämmern und schlagen flach".

Gertrud Lettaus Beitrag Ethik und Kultur. Von der Unmöglichkeit des Sittlichen arbeitet die Aporie des sittlichen Anspruchs in Kultur und Gesellschaft heraus. Die Psychoanalyse betreffend hebt sie deren Sittlichkeit besonders hervor, insofern es dem sittlichen Brauch entspricht, den Dingen die reinste unschuldigste Jungfräulichkeit zu attestieren; in eher unsittlichem Bezug erweise sie sich hingegen zum konfliktgepeinigten Kranken.

Lukasz Bankas Skizze einer unethischen Ethik greift als publikatorisches pathognostisches Initium das Problem der Formulierung gültiger Handlungsanweisungen respektive der Legitimation von Handlung unter kritischer pathognostischer Perspektive auf. Die Ethik hebt er hervor als notwendig gewordenen Versuch der Schuldtilgung des Urverbrechens von Kultur an Natur unter der Todesabblendung dieses Verbrechens.

Bernhard Lubberger formuliert mit Götterdämmerung. Versuch einer Selbstbetrachtung initiale, narzissmuskritische Gedanken im Zugang zu Psychoanalyse und Philosophie.

"Reklame für den schlechten Lauf der Dinge"

Psychoanalyse und Philosophie. Pathognostica
Jahrbuch 2011, hg. von Rudolf Heinz u. Christoph Weismüller
Düsseldorf: Peras Verlag 2012.

217 Seiten, Broschur, 21 x 14,8 cm, Euro 17,-
ISBN 978-3-935193-26-9

Reklame für den schlechten Lauf der Dinge - so lautet der Titel einer Publikation von Reinhard Merker. Das Jahrbuch 2011 zitiert diesen Titel als sein Motto zum Gedenken an den unersetzbar Verstorbenen. Das gesamte Jahrbuch ist ihm gewidmet.

Aus dem Inhalt:

Reinhard Merker, Erfahrungen in peer groups 1968 - 2008: 'Revolutionärer Humanismus' im Übergang zum 'globalisierten Meinungswissen'

Rudolf Heinz, Was ist ein Verein - oder nicht oder doch?

Rudolf Heinz, Unwillkürliche Tagungsimpressionen

Rudolf Heinz, Versuch einer Hinführung zur "Psychoanalyse der Sachen" (Pathognostik)

Rudolf Heinz, Zur Darstellung und Kritik einiger zentraler Kleinianismen

Christoph Weismüller, Die Freiheit als Regel der Analyse. Eine Einübung in die Welt der Medien und anderer Übergriffe?

Birgit Pungs, Vegetarismen

Dionissios Vajas, Das Symptom - Aberglaube und kultivierte Allmacht. Neurodermitis und atopische Dermatitis

Gertrud Lettau, Traum eines Philosophen

Ralf Bohn, Eine Kultur des Onirischen. Hans Ulrich Recks Enzyklopädie der Traumkultur

Axel Schünemann, Bemerkungen zu Ernest Bornemans Lexikon der Liebe. Aktualität und Kritik seiner sexualwissenschaftlichen Vermittlung von Psychoanalyse und Marxismus

Christian Lüttgen, Rhapsodie über das Ausstellen Bildender Kunst

Anton Schlösser, Traumpfade

Dionissios Vajas, Griechenland: Wiege und Grab des Abendlandes

Zur geschwundenen Aktualität der Frauenfrage

Psychoanalyse und Philosophie. Pathognostica
Jahrbuch 2010, hg. von Heide Heinz u. Christoph Weismüller
Düsseldorf: Peras Verlag 2011

201 Seiten, Broschur, 21 x 14,8 cm, Euro 17,-
ISBN 978-3-935193-23-8

Inhalt:

Heide Heinz, Introitus. "Noch einmal mit Gefühl". Kritische Wäldchen zum aktuellen Stand der Frauenfrage

Rudolf Heinz, Twisting Feministische Theorien/zur Einführung. Abschweifungen zu R. Becker-Schmidts und G.-A. Knapps gleichnamiger Publikation

Karl Thomas Petersen, "Sisters Are Doin' It For Themselves"? oder Frauenbefreiung. Eine Bestandsaufnahme

Axel Schünemann, Der große Unterschied und seine (mitnichten kleinen) Folgen. Anmerkungen zur Misogynie des Begehrens

Christoph Weismüller, Frauenfrage und Wirtschaftskrise. Ist die Wirtschaftskrise die Frauenfrage?

Dionissios Vajas, Und der Mann erschuf die Frau zu seinem Erschrecken. Wahrnehmungsimplizierter Ausgang vom verwaisten Liebeskörper der Frau. Philosophisch-feministisch motiviertes und psychoanalytisches Frauenphantasieren

Rudolf Heinz, Frauen tauschen Frauen NICHT? Versuch einer Revision, nebst Ausführungen zum Mutter-Tochterinzest und deren Kulturfolgen

Axel Schünemann, Mädchen die pfeifen und Hühnern, die krähen ... Amoralische Manns-Notate zu einem heiklen Sprichwort betreffend töchterfeindliche Tendenzen Tendenzen einer bestimmten Sorte Mutter

Klappentext:

In den 70er bis 90er-Jahren des 20. Jahrhunderts entwarfen der Feminismus und die mit diesem aktualisierte Frage nach der Frau ein bedeutendes gesellschaftliches, politisches und auch intellektuelles Programm. Zu Anfang des 3. Jahrtausends ist die Frauenfrage im Sinne einer kritischen Intervention kaum noch anzutreffen. Diese scheint übergegangen zu sein in Assimilationen des Weiblichen, aufgehoben in der Frauenquote und somit unter wie endgültiger männlicher Vorherrschaft auf neuer Ebene verschwunden. Zur geschwundenen Aktualität der Frauenfrage nehmen auf Nachfrage einer Frau, neben der Herausgeberin selbst, die befragten Männer Stellung.

Histrionissima. Neue Studien zur Hysterie

Psychoanalyse und Philosophie. Pathognostica
Jahrbuch 2009, hg. von Rudolf Heinz u. Christoph Weismüller
Düsseldorf: Peras Verlag 2009.

134 Seiten, Broschur, 21 x 14,8 cm, Euro 10,50
ISBN 978-3-935193-22-1

Aus dem Inhalt:

Rudolf Heinz, Körperexpression und dingliche Umgebung. Überlegungen zu Hysterie und Architektur

Rudolf Heinz, Architektur/Technik und Psychopathologie. Überlegungen zum Verhältnis von Hysterie (arc de cercle) und Brücke

Rudolf Heinz, Brücke und Hysterie im Streitgespräch

Axel Schünemann, Der Kardinal und die Hysterie Gottes

Ralf Bohn, Triumph mit Bogen. Expressionen des arc de cercle im Moment seines Verschwindens

Hans Christian Pultke, Tropologien zu arc de cercle

Gertrud Lettau, Die Architektur des Plagiats. Vorüberlegungen

Christoph Weismüller, Der Bogen zwischen arc de cercle und Brücke: die Schrift

Anonymus, Sie lag auf dem Rücken

Psychoanalyse und Philosophie 7. Pathognostica

Jahrbuch 2008, hg. von Rudolf Heinz u. Christoph Weismüller
Düsseldorf: Peras Verlag 2008.

144 Seiten, Broschur, 21 x 14,8 cm, Euro 8,50
ISBN 978-3-935193-21-4

Aus dem Inhalt:

Rudolf Heinz, Aufruf aus Anlass der weltweiten Finanzkrise

Rudolf Heinz, Projektive Identifikation

Rudolf Heinz, Eine Aktualisierung der Philosophie Jacobis

Rudolf Heinz, "Man sägt am Ast, auf dem man sitzt"? Elemente einer psychoanalytischen Wissenschaftsgenealogie

Rudolf Heinz, Symbol und Symptom

Rudolf Heinz, Kamperiana. Nachlese zu den Korrespondenzen mit Dietmar Kamper

Axel Schünemann, Ein Vortragsbericht. Zu: Rudolf Heinz, Geht der Psychiatrie das Subjekt verloren?

Christian Lüttgen, Werk-Angst. Rhapsodie über Bildende Kunst, Ästethisierung und Verräumlichung der Angst

Reinhard Merker, Das Unbewusste der Psychoanalyse: Sendungen, Kanäle, Wandler, Regelkreise. Kritische Anmerkungen zum Selbstverständnis psychoanalytischer Psychotherapie ab 1945

Christoph Weismüller, Gottesschmerzen

Rudolf Heinz, Memorandum für Psychoanalyse und Philosophie

Neurowissenschaften und Philosophie

Psychoanalyse und Philosophie, Pathognostica
Jahrbuch 2007, hg. von Rudolf Heinz u. Christoph Weismüller
Düsseldorf: Peras Verlag 2008.

ISSN 1436-297X

135 Seiten, Broschur, 21 x 14,8 cm, Euro 10,50

Aus dem Inhalt:

Rudolf Heinz, Einige leicht vergessene Selbstverständlichkeiten. Zum neuerlichen Widerstreit zwischen Neurowissenschaften und Philosophie

Axel Schünemann, Das Libet-Experiment. Einige Einwürfe aus philosophischer Sicht

Ralf Bohn, Die Erfahrung der Kunst und das Gedächtnis des Zeichens. SKizzen der Ungleichzeitigkeit bei Benjamin und Klee

Hajo Schmidt, Schon wieder? Neurobiologischer Determinismus in praxisphilosophischer Beleuchtung

Hans Christian Pultke, "Ab sofort blicken unsere Spiegelbilder aktiv zurück und wir schauen uns gegenseitig beim Denken zu". Neurotheologische Urszene zu Rudolf Heinz, Einige leicht vergessene Selbstverständlichkeiten

Hermann Stölb, Neurowissenschaft und Schule

Jost Guido Freese, Die Begründung im Ich. Fichtes Wissenschaftslehre von 1794

Christoph Weismüller, Globalisierung, Totalisierung, Neurowissenschaften - und Bewusstsein?

Christoph Weismüller (Hg.)
Fragen nach der Mathematik

Düsseldorf: Peras Verlag 2007

215 Seiten, Broschur, 21 x 14,8 cm, Euro 17,-
ISBN 978-3-935193-19-1

Gefragt wird nach der Mathematik im Zusammenhang griechischer, arabischer, christlich-abendländischer und technischer Kultur. Sie lässt sich erkennen als ein für die menschliche Kultur grundlegendes, aber auch menschlichen Motiven sich verdankendes Kulturphänomen. Befragt wird sie als besondere wissenschaftliche Disziplin sowie als ein zentrales Orientierungselement im komplexen Werdegang menschlicher Kulturbildung nach ihren Bedingungen und Kriterien.

Aus dem Inhalt:

Rudolf Heinz, Ich und die Mathematik

Ralf Bohn, Zahl, Zeichen, Zeit ... Die Geburt des Designs aus dem Geist der Mathematik

Ellen Harlizius-Klück, Das Geschlecht der Meerschaumpfeife. Arithmetische, genealogische und topologische Anmerkungen zum entwendeten Brief bei Poe und Lacan

Stefan Artmann, Versionen mathematischer Existenz

Christoph Weismüller, Die mathematische Gruppe und die Dialektik der Gruppe. Zur Philosophie und Psychoanalyse der Mathematik

Dionissios Vajas, Ein Zahlentagtraum

Christoph Weismüller, Bleibendes Fragen nach der Mathematik

Sondernummer

Rudolf Heinz, Todesnäherungen.
Über Todestrieb, Urverdrängung, Zahlenmagie, Spekulative Chirurgie, Frühmetaphysik, Düsseldorf: Peras Verlag 2007.

ISBN 978-3-935193-12-2
ISSN 1436-297X

158 Seiten, Broschur, 21 x 14,8 cm, Euro 8,50

Der Verein Psychoanalyse und Philosophie e. V. (Mitglied der Akademie für Psychoanalyse und Psychosomatik Düsseldorf e. V.), der Peras Verlag und die Stiftung zur Förderung der Philosophie gratulieren mit der Veröffentlichung der folgenden Texte als Sondernummer des Jahrbuchs Psychoanalyse und Philosophie dem Autor zum 70. Geburtstag.

Inhalt:

Einleitung (von Christoph Weismüller)

Todestrieb - Programm einer Revision. Vorbemerkung

  1. Intention des Aufsatzes
  2. Kritische Erörterung des Todestriebs
  3. Funktion von Eros
  4. Revisionsfolgen für den Begriff der Sexualität
  5. Revisionsfolgen für den Begriff von Psychopathologie
  6. Miterfassung von Technik/Arbeit
  7. Homogeneität der Triebtheorien
  8. Theoretische und klinisch-praktische Valenz der Todestriebrevision

Exkurs zur "Urverdrängung"

Zahlenzauber. Kasuistisches und Theoretisches zu zahlenbezogener Zwangssymptomatik

Die Armut der res cogitans. Innenansichten einer viszeral-chirurgischen Operation

Zur Archäologie der Gewalt

Klappentext:

Die durchgehende Einbeziehung des gesamten Todestriebtheoriebestands in die Psychopathologie (und nicht nur in diese) erweist sich als unverzichtbar.

Anders nämlich, dieses pathogenetischen Ultimatums ledig, wird man das Seinsgewicht, die adaptive Repugnanz, die Zähigkeit von Krankheit inklusive des aberwitzigen Binnenkampfes gegen sie nicht verstehen können. Die Pathologiegraduierung ergibt sich jeweils aus der Schwere der quasi fundierenden Traumatik - letztlich derjenigen der Sterblichkeit - im Verein mit der Suffizienz der parierenden Phantasmatik.

Psychoanalyse und Philosophie 6. Pathognostica

Jahrbuch 2006, hg. von Rudolf Heinz u. Christoph Weismüller
Düsseldorf: Peras Verlag 2007

131 Seiten, Broschur, 21 x 14,8 cm, Euro 8,50
ISBN 978-3-935193-14-6

Aus dem Inhalt:

Rudolf Heinz, Mein Tischgebet

Rudolf Heinz, "... white christmas". Frühste Erinnerungen an weihnachtliches Kinderglück

Axel Schünemann, Die Psychoanalyse - Rumpelkammer der Neurowissenschaften? Anmerkungen zur neuerlichen Rezeption Sigmund Freuds im Spiegel, zum Wissenschaftsjournalismus und zur Neuro-Psychoanalyse

Heide Heinz, Alexander Laudenberg, Christoph Weismüller, Einlassungen zu Lucian und Bella Freud

Peter Schneider, Wie die Traumdeutung lesen?

Rudolf Heinz, "Ein ganz besonderer Saft". Psychoanalyse, Philosophie und die Blutspende

Dionissios Vajas, Miniaturen zu Angst, Traum und Geschlecht

Ulrike Mix, Textkörperfragmente

Christoph Weismüller, Schweigegeld. Vom Glück und von der Schuld des Geldes

Christoph Weismüller, André Karger (Hg.)
Gewalt und Globalisierung Band 2

Düsseldorf: Peras Verlag 2006.

139 Seiten, Broschur, 21 x 14,8 cm, Euro 8,50
ISBN10: 3-935193-11-4
ISBN13: 978-3-935193-11-5

Aus dem Inhalt:

Ellen Harlizius-Klück, Psychoanalyse und Philosophie der Gewalt und Globalisierung. Ein Tagungsbericht zum Symposion Gewalt und Globalisierung

Hans-Martin Schönherr-Mann, Auf dem gentechnologischen Wege zu einem ästhetischen Abschied vom Menschenbild

Enrik Lauer, Schatten Welt Wirtschaft. Zur Zirkulation von Geld und Gewalt im globalen Kapitalismus

André Karger, Trauma und Globalisierung. Kritische Anmerkungen zur Verwendung des Begriffs des kollektiven Traumas im Zusammenhang des 11. September 2001

Christoph Weismüller, Von der Gewalt des Anfangs und der Globalisierung des Endes

Rudolf Heinz, Zur Archäologie von Gewalt

Gabriele Piechotka, Who is who? Skizzen von Vortragenden (Zeichnung)

Ralf Bohn, Fiat ars - pereat mundus. Zur universalen Ästhetik der Globalisierung

Axel Schünemann, "Wer die Frauen liebt, darf den Tod nicht scheuen" Notate zur Thamyras-Mythe und zur musikalischen Genealogie von Gewalt und Globalisierung. Ein Requiem der Neuen Musik

Aus dem Vorwort:

Am 06. 11. 2004 veranstalteten das museum kunst palast in Düsseldorf, die Gesellschaft Psychoanalyse und Philosophie e. V. und der Peras Verlag das Symposion Gewalt und Globalisierung. Geplant war zu dieser Tagung der Vortrag von bereits fertiggestellten Texten, die publiziert sind in dem von Christoph Weismüller und André Karger ebenfalls 2004 im Peras Verlag herausgegebenen Buch Gewalt und Globalisierung. Aber viele der Vortragenden legten noch einmal neu Hand an ihr Geschriebenes oder verfassten neue Texte, so dass sich nahe legte, dem Publikum einen zweiten Band zum Thema Gewalt und Globalisierung vorzustellen. Dieser Folgeband liegt hiermit vor und nimmt außer den Texten der Vortragenden einige weitere auf: ein die Tagungsereignisse rezensierend zusammenfassendes Wort von Ellen Harlizius-Klück, einen Text von Axel Schünemann, der die Diskussion des bisher eher Desiderat gebliebenen Verhältnisses von Musik, Gewalt und Globalisierung aufnimmt, sowie eine Abhandlung von Ralf Bohn zur Ästhetik der Globalisierung.

Psychoanalyse und Philosophie 5

Jahrbuch 2005, Düsseldorf: Peras Verlag 2005

128 Seiten, Broschur, 21 x 14,8 cm, Euro 8,50
ISSN: 1436-297X

Aus dem Inhalt:

Peter Schneider, Agieren, Wiederholen, Deuten. Überlegungen zur psychoanalytischen Sprechkur sowie zum psychoanalytischen Dingbegriff

Dionissios Vajas, Das Muster einer Tierphobie. Die kleine Eidechse oder der Teufelskreis einer Tierphobie

Hans Christian Pultke, Empirische Miniaturen. Zu Christoph Weismüller, Grenzsymptome - betrachtet im Lichte der Globalisierung

Christoph Weismüller, Vom Sinn und Sein des Traums [geänderte Zweitpublikation unter: psychoanalyseundphilosophie.de/.../texte]

Alexander Laudenberg, "Doch alle Lust will Ewigkeit -, ..." Herkünftigkeit und Hervorbringung - Zu Aspekten der Autoreferentialität und Symbolisierung im Traum

Axel Schünemann, Kann es eine gute Zukunft geben? Ein Komponistentraum

Rudolf Heinz, Verlaut(bar)ung aus Unsichtbarkeit

Gewalt und Globalisierung

Jahrbuch 2004, hg. von Christoph Weismüller u. André Karger
Düsseldorf: Peras Verlag 2004

151 Seiten, Broschur, 21 x 14,8 cm, Euro 8,50
ISBN 3-935193-04-1

Aus dem Inhalt:

Claus-Artur Scheier, Vernunft und Gegenvernunft? Aufklärung, Romantik und Globalisierung

Daniel Strassberg, Vom Schrecken des Objektes. Skizze einer psychoanalytischen Theorie des Bösen

Hans-Martin Schönherr-Mann, Das Gen als Abschied vom Unbewußten. Vom psychoanalytischen zum gentechnologischen Menschenbild und über dergleichen Bilder hinaus

Enrik Lauer, Das Beben im globalen Dorf. Zur Zirkulation von Geld und Gewalt

Rudolf Heinz, André Karger, Sleeper in Metropolis. Ein Gespräch mit Rudolf Heinz über die Terroranschläge vom 11. September 2001

Vittoria Borsò, Globalisierung: Gewalt zwischen Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit

Christoph Weismüller, Ödipalität und Globalisierung. Teil 1. Inzestprobleme

Heide Heinz, Ikarus stürzt sich in die Schmiede des Hephaistos. Ein Korrespondenzauszug

Christoph Weismüller, Ödipalität und Globalisierung. Teil 2. Stillzeitprobleme

Heide Heinz, Rudolf Heinz, Göttliche Gnomen über Gewalt. Eine Sürprise

Aus der Ankündigung der gleichnamigen Tagung:

Globalisierung ist der Name unserer Epoche. Gewalt ist ein wesentlicher Teil ihrer Geschichte. Am 11. September 2001 kulminierte die Gewalt.

Kritisch soll im Jahr 2004 der Blick zurückgewendet werden auf dieses Ereignis, von dem vermutet werden kann, dass es nicht nur eine Folge des Konflikts zwischen der westlichen Zivilisation und den Islamisten war, sondern eine Begleiterscheinung der Globalisierung.

Diskutiert werden das intime Verhältnis von Gewalt und Globalisierung sowie die Veränderungen der Wahrnehmung der damaligen und heutigen Manifestationen von Gewalt im Kontext der technischen, ökonomischen, politischen und militärischen Globalisierung.

Psychoanalyse und Philosophie 4. 4. Jg. 2003.

Redaktion: André Karger, Kerstin Keßler, Gertrud Lettau M. A., Thomas Rixe, Redaktionsleitung: PD Dr. Christoph Weismüller. Düsseldorf: Peras Verlag 2003.

ISSN 1436-297X

120 Seiten, Broschur, 21 x 14,8 cm, Euro 8,50

Aus dem Inhalt:

Heide Heinz, Rudolf Heinz, Briefpapier mit Legende

Dionissios Vajas, Anstatt Urszene: Zur Lösung des Kreisel-Rätsels

Susanne Vollberg, Achtung, Brücken-Abgründiges!

Christoph Weismüller, Grenzsymptome. Einspruch wider die Globalisierung?

Dionissios Vajas, Die Spinnenangst der Göttin Athene

Rudolf Heinz, Fetisch Wissenschaft. Zur Diagnose und nicht-Therapie des szientistischen Pathos

Rudolf Heinz, Zur Hochkonjunktur der Pornographie

Rudolf Heinz, Kritische Einlassungen zur Medienkonjunktur philosophischerseits

Stefan Artmann, Lacans mathematische Orientierung

Peter Sendtko, Lachen und Tabu

Psychoanalyse und Philosophie 3. 3. Jg. Heft 1/2001.

Hg. von Psychoanalyse & Philosophie, Düsseldorf. Redaktion: Gertrud Lettau M. A., André Karger, Kerstin Keßler, Karl Thomas Petersen M. A., Redaktionsleitung: PD Dr. Christoph Weismüller. Satz: Kerstin Keßler. Düsseldorf: 2001.

ISSN 1436-297X

56 Seiten, geheftet, 29,7 x 21 cm, Euro 7,50

Aus dem Inhalt:

Anstatt Urszene: ein Rätsel

Rudolf Heinz: Geld als Exkrementalsymbol

Christoph Weismüller, Der (Pathologie-)Fall Richard Wagner

Dionissios Vajas, Die Traumdeutung in der Philosophie Heideggers: Die Interpretation des Sonnenmanns

Das Wuchern der Indifferenz. Heinrich Holzapfel interviewt Rudolf Heinz

Freifläche. Träume und was sie bedeuten

Rudolf Heinz, Der Mensch - Gegenstand oder Horizont?

Rudolf Heinz, Tagungsrevue (Notizen)

Kerstin Keßler, Frauenschwinden: Die ausgelassene Frau ist Gold wert

Jost Guido Freese, Somnium Occasionalis. Die Welt als der Traum Gottes

Caroline Neubaur, Souverän ist, wer den Alltag garantiert

Zvi Lothane, Über zwei Arten von Liebe in der Psychoanalyse

Olaf Knellessen, Zur Ambivalenz des Liebeslebens

André Karger, Gedanken zu Über zwei Arten von Liebe

Christoph Weismüller, Affirmation und Exkulpation. Anmerkungen zu Zvi Lothanes Über zwei Arten von Liebe in der Psychoanalyse

Rudolf Heinz, Weitläufige Tropologien zu Zvi Lothanes Über zwei Arten von Liebe in der Psychoanalyse

Psychoanalyse und Philosophie 2. 2. Jg. Heft 1/1999.

Hg. von Psychoanalyse & Philosophie, Düsseldorf. Redaktion: Gertrud Lettau M. A., André Karger, Kerstin Keßler, Karl Thomas Petersen M. A., Redaktionsleitung: Dr. Christoph Weismüller. Satz: Kerstin Keßler. Düsseldorf: 1999.

ISSN 1436-297X

52 Seiten, geheftet, 29,7 x 21 cm, Euro 7,50

Aus dem Inhalt:

Urszenen

Andreas Steffens, Die Schuld der Welt. Zur Ontologie von Versehrung

Rudolf Heinz, Zur Philosophie von Krankheit

Christoph Weismüller, Jean-Paul Sartres existentialistische Wendung der Psychoanalyse und die Folgen

Gertrud Lettau, Psychoanalyse und Feminismus

Ralf Bohn, Im Geist der Medien. Über die spezielle und die allgemeine Verführungstheorie

Rudolf Heinz, Zu Problemen des Einsatzes maschineller Medien in psychoanalytischer Psychotherapie

Rudolf Heinz, Esoterische Notiz zum Blockseminar Medien im psychoanalytischen Setting

u. a. m.

Psychoanalyse und Philosophie. 1. Jg. Heft 1/1998. 2. verb. Auflage

Hg. von Psychoanalyse & Philosophie, Düsseldorf. Redaktion: Gertrud Lettau M. A., André Karger, Kerstin Keßler, Karl Thomas Petersen M. A., Redaktionsleitung: Dr. Christoph Weismüller. Layout: Kerstin Keßler. Düsseldorf: 1998.

ISSN 1436-297X

61 Seiten, geheftet, 29,7 x 21 cm, Euro 7,50

Aus dem Inhalt:

Rudolf Heinz, Zur Vor- und Frühgeschichte des Vereins Psychoanalyse und Philosophie

Rudolf Heinz, Programmatische Texte

Rudolf Heinz, Binnenhistorisches

Christoph Weismüller, Vereinsaktivitäten

André Karger, Zur Vereinsgründung [Zweitpublikation unter: psychoanalyseundphilosophie.de/.../texte]

Satzung des Vereins Psychoanalyse und Philosophie

Gertrud Lettau, "Psychoanalyse und wie anders?" Notizen zum Blockseminar: Psychoanalytische und Pathognostische Kasuistik [Zweitpublikation unter: psychoanalyseundphilosophie.de/.../texte]

Rudolf Heinz, Psychoanalyse - jenseits von Ethik?

Christoph Weismüller, Zum Vortrag von Prof. Heinz: Psychoanalyse - jenseits von Ethik?

Christoph Weismüller, Die Sittlichkeit bei Hegel und in der Psychotherapie

Karl Thomas Petersen, Negativer Narzißmus oder Das Ende der Empathie

Siegfried Gerlich, Wie kommt man von der Gnosis zur Pathognostik hinüber?

11.12.2021